Airbnb wächst um 17 Prozent und gewinnt so viele Erstbucher wie seit vier Jahren nicht
Airbnb wächst um 17 Prozent und gewinnt so viele Erstbucher wie seit vier Jahren nicht. Warum der Umsatz je Buchung langsamer wächst als die Menge.

Airbnb hat im zweiten Quartal 2026 einen Umsatz von 3,61 Milliarden Dollar erzielt, ein Plus von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Analysten hatten 3,58 Milliarden Dollar erwartet. Das Ergebnis je Aktie lag bei 1,37 Dollar gegenüber einer Erwartung von 1,22 bis 1,26 Dollar.
Der Nettogewinn stieg um 174 Millionen auf 816 Millionen Dollar. Das bereinigte Betriebsergebnis vor Abschreibungen legte um 21 Prozent auf 1,26 Milliarden Dollar zu, die entsprechende Marge erreichte 35 Prozent.
Die Aktie stieg nachbörslich zwischen 8,5 und elf Prozent. Am 7. August legte sie im Tagesverlauf 17,43 Prozent zu.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Umsatz stieg im zweiten Quartal 2026 um 17 Prozent auf 3,61 Milliarden Dollar, das Ergebnis je Aktie lag bei 1,37 Dollar.
- Die Zahl der Erstbucher stieg um elf Prozent und erreichte damit die höchste Rate seit vier Jahren.
- Das vermittelte Buchungsvolumen erreichte 27,2 Milliarden Dollar, ein Zuwachs von 16 Prozent.
Vermitteltes Buchungsvolumen bei 27,2 Milliarden Dollar
Das über die Plattform vermittelte Buchungsvolumen erreichte 27,2 Milliarden Dollar, ein Zuwachs von 16 Prozent. Die Zahl der gebuchten Nächte und Plätze stieg um zehn Prozent auf 148 Millionen, das sind 14 Millionen mehr als im Vorjahr.
Der durchschnittliche Tagespreis legte um fünf Prozent zu, währungsbereinigt um vier Prozent.
Der Umsatz je Buchung lag bei 24,38 Dollar und wuchs damit um 5,5 Prozent, also langsamer als die Zahl der Buchungen. Über die vergangenen zwei Jahre betrug das durchschnittliche Wachstum dieser Größe lediglich 2,5 Prozent.
Diese Zahl verdient Beachtung. Sie beschreibt, wie viel Airbnb an einer einzelnen Buchung verdient. Wächst sie langsamer als die Buchungszahl, kommt das Wachstum überwiegend aus der Menge und nicht aus höheren Gebühren.
Erstbucher auf dem höchsten Stand seit vier Jahren
Der aus Unternehmenssicht wichtigste Wert betrifft neue Kunden. Die Zahl der Erstbucher stieg um elf Prozent und erreichte damit die höchste Rate seit vier Jahren. Besonders stark wuchs die jüngste Altersgruppe.
Buchungen über die eigene Anwendung legten um 23 Prozent zu.
Bemerkenswert ist außerdem, wo das Wachstum stattfindet. Es beschleunigte sich nicht nur in neuen Märkten, sondern auch in mehreren Kernmärkten. Die Nächte mit Ursprung in den Vereinigten Staaten, Frankreich, Großbritannien und Australien nahmen im zweiten Quartal jeweils schneller zu als zuvor.
In Nordamerika beschleunigte sich das Wachstum in den mittleren Zehnerbereich, unterstützt von der Fußballweltmeisterschaft in der Region.
Hotels wachsen dreimal so schnell wie Wohnungen
Die Ausweitung über das Kerngeschäft hinaus liefert nach Unternehmensangaben Ergebnisse. Die Zahl der Hotelnächte wächst etwa dreimal so schnell wie das Geschäft mit Wohnungen. 35 Prozent der Gäste, die erstmals ein Hotel buchten, buchten anschließend auch eine Unterkunft.
Hinzu kommen Zusatzdienste wie Einkäufe, Mietwagen, Flughafenabholung und Gepäckaufbewahrung.
Zum Einsatz künstlicher Intelligenz nennt der Konzern zwei konkrete Werte. Die Zeit von der Idee bis zur Einführung eines Produkts sank um bis zu 60 Prozent, die Zahl der ausgelieferten Funktionen stieg um rund 80 Prozent. Die Kosten für Kundenbetreuung je Buchung fielen um 16 Prozent.
Prognose angehoben
Für das dritte Quartal erwartet Airbnb einen Umsatz von 4,69 bis 4,77 Milliarden Dollar, ein Wachstum von 15 bis 17 Prozent. Der Wert liegt über den Erwartungen.
Die Jahresprognose wurde auf ein Umsatzwachstum von mindestens dem mittleren Zehnerbereich angehoben, nach zuvor niedrigem bis mittlerem Zehnerbereich. Die erwartete Marge beim bereinigten Betriebsergebnis vor Abschreibungen steigt auf mindestens 35,5 Prozent.
Der Konflikt im Nahen Osten belastet das Geschäft weiterhin, fiel im zweiten Quartal nach Angaben von Finanzchefin Ellie Mertz aber geringer aus als erwartet.
Über zwölf Monate erzielte Airbnb 12,2 Milliarden Dollar Umsatz bei einer Bruttomarge von 82,9 Prozent. Der freie Mittelzufluss lag im Quartal bei 1,27 Milliarden Dollar, die liquiden Mittel samt Anlagen bei rund 19 Milliarden Dollar.
Nach den Zahlen hoben mehrere Häuser ihre Kursziele an. Die Bank of America auf 160 Dollar, UBS auf 163 Dollar, Morgan Stanley auf 125 Dollar. Der Durchschnitt liegt bei rund 157 Dollar.
Häufige Fragen
Warum ist der Umsatz je Buchung wichtig
Er beschreibt, wie viel Airbnb an einer einzelnen Buchung verdient. Er lag bei 24,38 Dollar und wuchs um 5,5 Prozent, also langsamer als die Zahl der Buchungen. Wächst er langsamer als die Buchungszahl, kommt das Wachstum überwiegend aus der Menge und nicht aus höheren Gebühren.
Wie entwickelt sich das Geschäft mit Hotels
Die Zahl der Hotelnächte wächst etwa dreimal so schnell wie das Geschäft mit Wohnungen. 35 Prozent der Gäste, die erstmals ein Hotel buchten, buchten anschließend auch eine Unterkunft. Hinzu kommen Zusatzdienste wie Einkäufe, Mietwagen, Flughafenabholung und Gepäckaufbewahrung.
Was bringt der Einsatz künstlicher Intelligenz
Der Konzern nennt zwei konkrete Werte. Die Zeit von der Idee bis zur Einführung eines Produkts sank um bis zu 60 Prozent, die Zahl der ausgelieferten Funktionen stieg um rund 80 Prozent. Die Kosten für Kundenbetreuung je Buchung fielen um 16 Prozent.
Diese Analyse dient nur der Information und ist keine Anlageberatung.
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