Allianz zahlt 6,5 Milliarden Euro Dividende und ist damit größter Zahler im DAX
Die Allianz schüttet 6,5 Milliarden Euro aus und bleibt größter Dividendenzahler im DAX. Warum die höchste Summe nicht die höchste Rendite bedeutet.

Die Allianz schüttet in diesem Jahr 6,5 Milliarden Euro an ihre Anteilseigner aus und bleibt damit der größte Dividendenzahler im deutschen Leitindex. Das sind neun Prozent mehr als im Vorjahr. Kein anderer DAX Konzern kommt dieser Summe nahe.
Je Aktie beträgt die Dividende 17,10 Euro, ein Plus von elf Prozent. Daraus ergab sich zum Zeitpunkt der Erhebung eine Rendite von 4,45 Prozent.
Seit 2015 hat sich die Ausschüttung mehr als verdoppelt, bei einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von rund sechs Prozent.
Zum Vergleich schütten alle 40 Indexmitglieder zusammen nach einer Analyse der Prüfungsgesellschaft EY rund 55,3 Milliarden Euro aus und erreichen damit einen Rekordwert. Die Allianz allein steht für knapp zwölf Prozent davon.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Allianz schüttet 6,5 Milliarden Euro aus, neun Prozent mehr als im Vorjahr, und bleibt größter Dividendenzahler im DAX.
- Je Aktie beträgt die Dividende 17,10 Euro bei einer Rendite von 4,45 Prozent.
- Hinter der Zahlung steht ein operatives Ergebnis von 17,4 Milliarden Euro im Jahr 2025, ein Zuwachs von 8,4 Prozent.
Rekordergebnis von 17,4 Milliarden Euro
Hinter der Ausschüttung steht ein Rekordergebnis. Der Konzern erzielte 2025 ein operatives Ergebnis von 17,4 Milliarden Euro, ein Zuwachs von 8,4 Prozent.
Für 2026 stellt die Führung erneut ein operatives Ergebnis in dieser Größenordnung in Aussicht, mit einer Bandbreite von plus oder minus einer Milliarde Euro. Das erste Quartal 2026 brachte bereits ein Rekordergebnis.
Neben der Dividende setzt der Konzern auf Aktienrückkäufe. Bis Ende 2026 sollen eigene Aktien im Wert von bis zu 2,5 Milliarden Euro erworben werden. Für die Jahre 2025 bis 2027 hat die Allianz angekündigt, durchschnittlich mindestens 15 Prozent des Jahresüberschusses zusätzlich an die Anteilseigner zurückzugeben.
Höchste Summe, aber nicht die höchste Rendite
Bei der Einordnung lohnt eine Unterscheidung, die häufig verwischt wird.
Die absolute Ausschüttungssumme misst, wie viel Geld ein Unternehmen insgesamt zahlt. Sie hängt stark von der Unternehmensgröße ab. Die Dividendenrendite setzt den Betrag je Aktie ins Verhältnis zum Kurs.
Bei der Rendite liegt Munich Re vorn. Der Rückversicherer zahlt für 2025 eine Dividende von 24 Euro je Aktie nach zuvor 20 Euro, was bei einem Kurs von 458,40 Euro über fünf Prozent entspricht.
Eine Untersuchung der erwarteten Dividendenrenditen für die Jahre 2026 bis 2030 sieht die Allianz mit addierten 26,1 Prozent auf dem vierten Platz unter den europäischen Versicherern. Vorn liegt AXA mit 33,1 Prozent, gefolgt von Munich Re mit 31,4 Prozent und Hannover Rück mit 29,6 Prozent. Bei der Allianz steigt die erwartete Rendite von 4,6 Prozent im Jahr 2026 auf 5,9 Prozent im Jahr 2030.
Über eine Million Privataktionäre
Im April meldete der Konzern, dass inzwischen über eine Million Privatanleger Allianz Aktien halten.
Als Hintergrund gilt die Diskussion über die Altersvorsorge in Deutschland. Das staatliche Generationenkapital soll frühestens Mitte der dreißiger Jahre Erträge liefern. Bis dahin bleibt die Vorsorgelücke eine private Aufgabe.
Die Bewertung liegt mit einem Verhältnis von Kurs zu Gewinn von knapp neun deutlich unter dem, was amerikanische Konsumgüterkonzerne kosten. Coca Cola etwa notiert beim rund 25 fachen des erwarteten Gewinns.
Rückenwind aus dem gesamten Sektor
Die Versicherer prägen die diesjährige Berichtssaison. Talanx meldete für das erste Halbjahr Rekordergebnisse in allen Geschäftsbereichen und erhöhte den Ausblick. Die Aktie legte 3,5 Prozent zu und zog die Allianz um 1,1 Prozent, Munich Re um 1,5 Prozent und Hannover Rück um 1,7 Prozent mit nach oben.
Ein wesentlicher Grund dafür sind geringere Belastungen durch Großschäden. Munich Re verdiente im ersten Quartal 2026 gut 1,7 Milliarden Euro und damit rund 57 Prozent mehr als im Vorjahr, ausdrücklich wegen niedrigerer Naturkatastrophenschäden. Weltweit hatten Großschäden 2025 Kosten jenseits von 100 Milliarden Dollar verursacht.
Als strukturelle Risiken des Geschäfts gelten Großschadenereignisse, sinkende Prämien bei Vertragserneuerungen und geopolitische Verwerfungen.
Häufige Fragen
Warum ist die höchste Summe nicht die höchste Rendite
Die absolute Ausschüttungssumme misst, wie viel Geld ein Unternehmen insgesamt zahlt, und hängt stark von der Unternehmensgröße ab. Die Dividendenrendite setzt den Betrag je Aktie ins Verhältnis zum Kurs. Bei der Rendite liegt Munich Re mit 24 Euro je Aktie und über fünf Prozent vorn.
Was plant die Allianz neben der Dividende
Bis Ende 2026 sollen eigene Aktien im Wert von bis zu 2,5 Milliarden Euro erworben werden. Für die Jahre 2025 bis 2027 hat der Konzern angekündigt, durchschnittlich mindestens 15 Prozent des Jahresüberschusses zusätzlich an die Anteilseigner zurückzugeben.
Warum verdienen die Versicherer derzeit so gut
Ein wesentlicher Grund sind geringere Belastungen durch Großschäden. Munich Re verdiente im ersten Quartal 2026 gut 1,7 Milliarden Euro und damit rund 57 Prozent mehr als im Vorjahr, ausdrücklich wegen niedrigerer Naturkatastrophenschäden. Weltweit hatten Großschäden 2025 Kosten jenseits von 100 Milliarden Dollar verursacht.
Diese Analyse dient nur der Information und ist keine Anlageberatung.
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