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EasyJet streicht 98 Flüge in Frankreich, weil das Kabinenpersonal 60 Dienstplanänderungen pro Woche beklagt

EasyJet hat am Wochenende rund 100 Flüge von und nach Frankreich gestrichen. Grund war ein Streik des Kabinenpersonals. Nach Angaben der Gewerkschaft SNPNC FO fielen mindestens 98 Verbindungen aus, davon 47 am Samstag und 51 am.

EasyJet streicht 98 Flüge in Frankreich, weil das Kabinenpersonal 60 Dienstplanänderungen pro Woche beklagt
Foto: Chris Leipelt auf Unsplash

Das Wichtigste in Kürze

  • Mindestens 98 Flüge fielen aus, 47 am Samstag und 51 am Sonntag, betroffen war etwa die Hälfte der geplanten Flüge an den beiden Pariser Flughäfen sowie in Nizza, Bordeaux und Lyon.
  • Mehr als die Hälfte der rund 900 Kabinenbeschäftigten in Frankreich beteiligte sich, von den 340 für das Wochenende eingeteilten wollten 68 Prozent streiken.
  • Streitpunkt ist die Planung, denn einzelne Besatzungsmitglieder rechnen mit 50 bis 60 Änderungen ihrer Einsätze pro Woche.

EasyJet hat am Wochenende rund 100 Flüge von und nach Frankreich gestrichen. Grund war ein Streik des Kabinenpersonals. Nach Angaben der Gewerkschaft SNPNC FO fielen mindestens 98 Verbindungen aus, davon 47 am Samstag und 51 am Sonntag.

Betroffen waren nach Zählung der Gewerkschaften etwa die Hälfte der geplanten Flüge an den beiden Pariser Flughäfen sowie in Nizza, Bordeaux und Lyon. Auf der Website der Fluggesellschaft waren am Samstag zahlreiche Verbindungen nicht mehr buchbar.

Die Airline teilte mit, die Passagiere seien informiert worden und könnten kostenlos auf andere Flüge umbuchen. Damit entstehen für Reisende keine neuen Ticketkosten.

Mehr als die Hälfte der 900 Beschäftigten machte mit

Nach Angaben von William Bourdon von der Gewerkschaft SNPNC FO beteiligte sich mehr als die Hälfte der rund 900 Kabinenbeschäftigten in Frankreich am Streik. Von den etwa 340 Flugbegleiterinnen und Flugbegleitern, die an diesem Wochenende auf Flügen von und nach Frankreich eingesetzt werden sollten, wollten 68 Prozent streiken.

Diese Größenordnung erklärt, warum nicht einzelne Flüge ausfielen, sondern ein breiteres Netz betroffen war. Die Personalkapazität verknappte sich in mehreren Zeitfenstern gleichzeitig, sodass sich die Lücken nur begrenzt durch Umbesetzungen schließen ließen.

Streitpunkt sind die Dienstpläne

Auslöser ist nicht der Lohn, sondern die Planung. Die Beschäftigten beklagen, dass ihre Einsatzpläne wiederholt kurzfristig geändert werden.

Nach Darstellung von Bourdon müssen einzelne Besatzungsmitglieder mit 50 bis 60 Änderungen ihrer Arbeitszeiten und Flugziele pro Woche rechnen. Die meisten Änderungen erfolgten nur ein bis zwei Tage vorher. Das Privatleben sei dadurch extrem kompliziert zu organisieren. Das Personal wünsche sich Stabilität bei den Einsätzen.

Drei an den Gesprächen beteiligte Gewerkschaften hatten Streiks zwischen dem 7. August und dem 2. September angekündigt. Der Streik am Wochenende ist damit nicht zwangsläufig der letzte.

Airline nennt den Zeitpunkt opportunistisch

EasyJet bezeichnete die Aktion in einer Stellungnahme als opportunistisch, weil sie auf ein stark frequentiertes Feiertagswochenende um den 15. August fiel. Das Unternehmen forderte die Gewerkschaften auf, darauf zu verzichten.

Zugleich erklärte die Fluggesellschaft, sie habe Anpassungsvorschläge vorgelegt, um auf die Forderungen einzugehen, und verwies auf Verhandlungen, die für September geplant sind.

Ein früherer Streikaufruf bei der französischen Tochter am Ostermontag im April hatte nur sehr geringe Auswirkungen auf den Flugverkehr. Die damals aufrufende Gewerkschaft UNAC warf der Unternehmensleitung vor, auf Sonderprämien von 600 bis 700 Euro für Beschäftigte zurückzugreifen, die sich zur Arbeit an diesem Tag bereit erklärten.

Frankreich ist ein Kernmarkt

Gemessen an den Passagierzahlen ist EasyJet nach Air France die zweitgrößte Fluggesellschaft in Frankreich. Das Land gehört zu den wichtigsten Märkten der Airline auf dem europäischen Festland. Zu den Betriebsbasen der europäischen Tochter zählen unter anderem Bordeaux, Lyon, Nantes, Nizza sowie beide Pariser Flughäfen.

Die Meldung fällt in eine Phase, in der das Unternehmen auch auf der Eigentümerseite in Bewegung ist. Der Finanzinvestor Castlelake hat seine Verhandlungen über eine Übernahme beendet und sein Angebot zurückgezogen, nachdem Apollo vier Wochen zuvor 7,15 britische Pfund je Aktie angekündigt hatte. Die Aktie gab daraufhin deutlich nach.

Für Reisende bleibt die Lage über die kommenden Wochen unsicher. Wer im Zeitraum bis Anfang September von oder nach Frankreich fliegt, sollte den Status der eigenen Verbindung im Blick behalten, weil der angekündigte Streikzeitraum noch läuft.

Häufige Fragen

Wie viele EasyJet Flüge fielen aus

Nach Angaben der Gewerkschaft SNPNC FO fielen mindestens 98 Verbindungen von und nach Frankreich aus, 47 am Samstag und 51 am Sonntag. Betroffen war etwa die Hälfte der geplanten Flüge an den beiden Pariser Flughäfen sowie in Nizza, Bordeaux und Lyon.

Warum streikt das Kabinenpersonal von EasyJet

Es geht nicht um den Lohn, sondern um die Dienstpläne. Einzelne Besatzungsmitglieder müssen nach Gewerkschaftsangaben mit 50 bis 60 Änderungen ihrer Arbeitszeiten und Flugziele pro Woche rechnen, die meisten davon ein bis zwei Tage vorher. Die Beschäftigten fordern stabilere Einsatzpläne.

Welche Rechte haben betroffene Passagiere

EasyJet teilte mit, die Passagiere seien informiert worden und könnten kostenlos auf andere Flüge umbuchen. Für Reisende entstehen dadurch keine neuen Ticketkosten. Wer bis Anfang September von oder nach Frankreich fliegt, sollte den Status der eigenen Verbindung prüfen.

Wie lange kann der Streik noch dauern

Drei an den Gesprächen beteiligte Gewerkschaften haben Streiks zwischen dem 7. August und dem 2. September angekündigt. Der Ausstand an diesem Wochenende ist damit nicht zwangsläufig der letzte. EasyJet hat Anpassungsvorschläge vorgelegt und verweist auf Verhandlungen im September.

Diese Analyse dient nur der Information und ist keine Anlageberatung.

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