Oracle plant neue Stellenstreichungen und leiht sich gleichzeitig Milliarden für Rechenzentren
Oracle bereitet neue Stellenstreichungen vor und nimmt gleichzeitig Milliarden für Rechenzentren auf. Warum die Aktie trotz 17 Prozent Wachstum fällt.

Oracle bereitet nach Berichten von Business Insider noch in diesem Monat eine neue Runde von Stellenstreichungen vor. Gleichzeitig nimmt der Konzern zweistellige Milliardenbeträge am Kapitalmarkt auf, um den Ausbau seiner Rechenzentren zu finanzieren.
Einzelne Bereiche könnten Kürzungen im zweistelligen Prozentbereich erleben. Führungskräfte wurden aufgefordert, betroffene Beschäftigte zu benennen. Ziel ist eine Verringerung der Personalkosten vor dem 1. September, mit dem das zweite Quartal des Geschäftsjahres beginnt. Oracle wollte sich dazu nicht äußern.
Die geplanten Kürzungen folgen auf einen bereits erheblichen Abbau. Im Geschäftsjahr, das am 31. Mai endete, schrumpfte die Belegschaft um 21.000 Personen oder 13 Prozent auf rund 141.000 Beschäftigte.
Das Wichtigste in Kürze
- Oracle bereitet nach Berichten von Business Insider noch in diesem Monat eine neue Runde von Stellenstreichungen vor.
- Im Geschäftsjahr 2026 stieg der Umsatz um 17 Prozent, das Geschäft mit Cloudinfrastruktur legte um 77 Prozent zu, die Aktie verlor trotzdem fast 26 Prozent.
- Die noch offenen Vertragsverpflichtungen stiegen um 359 Prozent auf 455 Milliarden Dollar.
Wachstum und Kursverlust zugleich
Die Zahlen des Konzerns sprechen für sich. Im Geschäftsjahr 2026 stieg der Umsatz um 17 Prozent, das Geschäft mit Cloudinfrastruktur legte um 77 Prozent zu.
Trotzdem hat die Aktie in diesem Jahr fast 26 Prozent verloren. Zuletzt notierte sie bei 150,52 Dollar nach einem Tagesminus von 3,7 Prozent.
Für den Rückgang gibt es zwei Erklärungen. Zum einen die allgemeine Skepsis gegenüber den hohen Investitionen der Branche in Rechenzentren. Zum anderen die Sorge, dass Anwendungen künstlicher Intelligenz die Nachfrage nach herkömmlicher Software verringern könnten.
Aufsichtsratschef Larry Ellison ist diesem zweiten Punkt bereits im März auf einer Analystenkonferenz entgegengetreten. Er sehe diese Gefahr für andere Unternehmen, nicht jedoch für Oracle.
Ehrgeizige Mehrjahresziele
Was die Bewertung des Unternehmens erschwert, sind die eigenen Vorgaben. Das Management hat für die Cloudinfrastruktur einen Pfad genannt, der von 18 Milliarden Dollar über 32, 73 und 114 Milliarden bis auf 144 Milliarden Dollar im Geschäftsjahr 2030 führt.
Die noch offenen Vertragsverpflichtungen waren zuletzt um 359 Prozent auf 455 Milliarden Dollar gestiegen. Diese Größe beschreibt den Wert bereits zugesagter, aber noch nicht erbrachter Leistungen.
Solche Zahlen erklären, warum der Konzern trotz Stellenabbau investiert. Sie erklären auch, warum Anleger nervös reagieren. Zwischen einer Zusage und einem tatsächlich abgerechneten Umsatz liegen Kapazität, Strom und Bauzeit.
Neue Partnerschaft mit Amazon
Auf der Geschäftsseite gab es zuletzt positive Meldungen. Oracle hat seine Cloudpartnerschaft mit Amazon Web Services ausgeweitet und ein neues Datenbankangebot vorgestellt.
Zudem wird Oracle nach einer gemeinsamen Ankündigung mit AMD der erste große Anbieter sein, der einen öffentlich verfügbaren Rechnerverbund auf Basis der nächsten Grafikprozessorgeneration von AMD betreibt. Der Aufbau beginnt im dritten Quartal dieses Jahres mit zunächst 50.000 Einheiten, weitere Ausbaustufen sind für 2027 und danach vorgesehen.
Zahlen am 8. September erwartet
Der nächste wichtige Termin ist der Quartalsbericht, der nach Schätzungen am 8. September vorliegen soll. Oracle bilanziert auf ein Geschäftsjahr, das im Mai endet, und liegt damit ein Quartal hinter den übrigen großen Cloudanbietern.
Die Analystenmeinungen liegen weit auseinander. Der Konsens lautet auf Kaufen bei einem durchschnittlichen Kursziel von 260,04 Dollar. Bernstein nannte im Juni 325 Dollar, RBC Capital 190 Dollar, CLSA nahm die Beobachtung im Juli mit einer Halteempfehlung und 145 Dollar auf.
Vor den Quartalszahlen haben Anleger zuletzt Positionen abgebaut. Betroffen waren neben Oracle auch mehrere Anbieter von Sicherheitssoftware, die in derselben Woche berichten.
Häufige Fragen
Warum fällt die Aktie trotz starkem Wachstum
Für den Rückgang gibt es zwei Erklärungen. Zum einen die allgemeine Skepsis gegenüber den hohen Investitionen der Branche in Rechenzentren. Zum anderen die Sorge, dass Anwendungen künstlicher Intelligenz die Nachfrage nach herkömmlicher Software verringern könnten.
Was sagen die offenen Vertragsverpflichtungen aus
Sie beschreiben den Wert bereits zugesagter, aber noch nicht erbrachter Leistungen und stiegen zuletzt um 359 Prozent auf 455 Milliarden Dollar. Zwischen einer Zusage und einem abgerechneten Umsatz liegen allerdings Kapazität, Strom und Bauzeit.
Wann berichtet Oracle als Nächstes
Der Quartalsbericht wird nach Schätzungen am 8. September erwartet. Oracle bilanziert auf ein Geschäftsjahr, das im Mai endet, und liegt damit ein Quartal hinter den übrigen großen Cloudanbietern.
Diese Analyse dient nur der Information und ist keine Anlageberatung.
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