Palantir wächst um 93 Prozent und die Aktie springt an einem Tag um 29 Prozent
Palantir wächst um 93 Prozent auf 1,94 Milliarden Dollar Umsatz und die Aktie springt um 29,5 Prozent. Warum das Papier trotzdem im Jahresminus lag.

Palantir Technologies hat im zweiten Quartal 2026 einen Umsatz von 1,94 Milliarden Dollar erzielt, ein Plus von 93 Prozent gegenüber rund einer Milliarde Dollar im Vorjahr. Analysten hatten 1,80 Milliarden Dollar erwartet.
Die Aktie stieg am Tag nach der Veröffentlichung um 29,5 Prozent. Nur einmal in der Firmengeschichte war die Bewegung größer, am 6. Februar 2024 mit 30,8 Prozent.
Das Ergebnis je Aktie lag bei 41 Cent gegenüber erwarteten 34,6 Cent. Der Nettogewinn erreichte 1,07 Milliarden Dollar nach rund 329 Millionen Dollar im Vorjahresquartal. Es war die neunte Übertreffung der Erwartungen in Folge.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Umsatz stieg im zweiten Quartal 2026 um 93 Prozent auf 1,94 Milliarden Dollar, erwartet worden waren 1,80 Milliarden.
- Die Aktie stieg am Tag nach der Veröffentlichung um 29,5 Prozent, die zweitgrößte Bewegung der Firmengeschichte.
- Der Umsatz mit amerikanischen Unternehmenskunden legte um 149 Prozent auf 764 Millionen Dollar zu.
Geschäft mit Unternehmen wächst um 149 Prozent
Aufgeschlüsselt zeigt sich, woher der Zuwachs kommt. Der Umsatz mit Unternehmenskunden in den Vereinigten Staaten stieg um 149 Prozent auf 764 Millionen Dollar. Das Geschäft mit Behörden legte um 90 Prozent auf 809 Millionen Dollar zu.
Für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen im Geschäft mit amerikanischen Unternehmenskunden mit über 3,224 Milliarden Dollar. Beim freien Mittelzufluss werden 4,2 bis 4,4 Milliarden Dollar erwartet.
Bereits im ersten Quartal war der Umsatz um 85 Prozent gewachsen, das Geschäft mit amerikanischen Unternehmenskunden um 133 Prozent. Das war der dritte Zuwachs im dreistelligen Bereich in Folge.
Ein Kennwert, den Analysten hervorheben, ist die Summe aus Wachstumsrate und Gewinnmarge. Sie erreichte 155 Prozent, was bei dieser Unternehmensgröße als außergewöhnlich gilt.
Die Begründung des Vorstandschefs
Alex Karp führt die Entwicklung auf ein bestimmtes Motiv seiner Kunden zurück. Unternehmen wollten ihre Daten von den Betreibern großer Sprachmodelle fernhalten.
In einem Brief an die Anteilseigner schrieb er, die Kunden hätten es abgelehnt, Vasallenstaaten der Sprachlabore zu werden. Jede Organisation erwache derzeit für die Risiken, den Entwicklern der Modelle die Schlüssel zu den eigenen Einrichtungen zu übergeben.
Analysten von Citi werteten die Ergebnisse als Abschwächung der Zweifel an der Wettbewerbslage, weil die Nachfrage nach Datenschutz das Unternehmen von anderen Anbietern unterscheide.
Im Behördengeschäft ist das System zur Auswertung von Gefechtsfelddaten ein Treiber. Seine Nutzung hat sich im ersten Quartal verdoppelt und über zwölf Monate vervierfacht. Ein Auftrag einer amerikanischen Nachrichtendienstbehörde soll nach Abschluss eines Vergabeeinspruchs weiterlaufen.
Aktie trotz Rekordzahlen im Jahresminus
Bemerkenswert ist die Ausgangslage vor der Veröffentlichung. Am Vortag lag die Aktie 2026 mit 29 Prozent im Minus, während der amerikanische Leitindex stieg. Vom Höchststand im November 2025 bei 207,52 Dollar war sie um rund 40 Prozent entfernt.
Der Grund liegt in der Bewertung. Bei einem Kurs um 122 Dollar entsprach das etwa dem 61 fachen des Umsatzes und dem 149 fachen des Gewinns der vergangenen zwölf Monate.
Genau dieses Muster zeigte sich bereits im Mai. Damals übertraf das Unternehmen die Erwartungen mit 33 statt 27 Cent je Aktie, die Aktie fiel danach trotzdem um 14 Prozent.
Nach der Augustmeldung notierte das Papier bei rund 125,65 Dollar. Baird nannte ein Kursziel von 200 Dollar, der Durchschnitt der Analysten lag bei 181,24 Dollar.
Damit steht bei diesem Wert eine Frage im Raum, die sich bei mehreren Technologiewerten dieses Jahres stellt. Wachstum und Kurs bewegen sich auseinander, weil ein erheblicher Teil der Erwartung bereits eingepreist war.
Häufige Fragen
Woher kommt das Wachstum von Palantir
Der Umsatz mit Unternehmenskunden in den Vereinigten Staaten stieg um 149 Prozent auf 764 Millionen Dollar. Das Geschäft mit Behörden legte um 90 Prozent auf 809 Millionen Dollar zu. Für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen im Geschäft mit amerikanischen Unternehmenskunden mit über 3,224 Milliarden Dollar.
Wie begründet der Vorstandschef die Nachfrage
Alex Karp führt sie darauf zurück, dass Unternehmen ihre Daten von den Betreibern großer Sprachmodelle fernhalten wollen. In einem Brief an die Anteilseigner schrieb er, die Kunden hätten es abgelehnt, Vasallenstaaten der Sprachlabore zu werden.
Warum lag die Aktie trotz Rekordzahlen im Minus
Der Grund liegt in der Bewertung. Am Vortag der Veröffentlichung lag die Aktie 2026 mit 29 Prozent im Minus. Bei einem Kurs um 122 Dollar entsprach das etwa dem 61 fachen des Umsatzes und dem 149 fachen des Gewinns der vergangenen zwölf Monate.
Diese Analyse dient nur der Information und ist keine Anlageberatung.
Weitere Analysen
Alle Analysen
Broadcom und der KI-Umsatz, von 8,4 auf 10,7 Milliarden Dollar
Broadcom erwartet im laufenden Quartal 10,7 Milliarden Dollar KI-Umsatz. Warum kundenspezifische Chips zur zweiten Säule des Booms werden.
4 Min. LesezeitLesen

Drei Raffinerien auf Jahreshoch, die Spanne macht den Gewinn
Phillips 66, Marathon Petroleum und Valero markierten neue Jahreshochs. Warum für Raffinerien nicht der Ölpreis zählt, sondern die Spanne.
5 Min. LesezeitLesen

Pfizer auf Zweijahreshoch, Gesundheitswerte werden zum Zufluchtsort
Pfizer und Solventum markierten Anfang September neue Jahreshochs. Warum Anleger in einem schwierigen Marktumfeld zu Gesundheitswerten greifen.
3 Min. LesezeitLesen