Bei Robinhood bringen Wettmärkte erstmals mehr ein als der Kryptohandel
Bei Robinhood bringen Wettmärkte erstmals mehr ein als der Kryptohandel. Was Ereignisverträge sind und warum Bundesstaaten dagegen klagen.

Robinhood hat im zweiten Quartal 2026 mit Wettmärkten und Ereignisverträgen 156 Millionen Dollar erlöst. Der Kryptohandel kam auf 100 Millionen Dollar und fiel damit um 38 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Es ist das erste Mal in der Firmengeschichte, dass dieser Bereich den Kryptohandel überholt. Ereignisverträge gibt es bei dem Anbieter seit weniger als drei Jahren.
Der Gesamtumsatz erreichte einen Rekordwert von 1,31 Milliarden Dollar, ein Plus von 32 Prozent. Das verwässerte Ergebnis je Aktie lag bei 62 Cent. Analysten hatten mit 1,25 bis 1,28 Milliarden Dollar Umsatz und rund 41 Cent gerechnet.
Der Nettogewinn betrug 573 Millionen Dollar, das bereinigte Betriebsergebnis vor Abschreibungen 741 Millionen Dollar.
Das Wichtigste in Kürze
- Wettmärkte und Ereignisverträge brachten im zweiten Quartal 2026 156 Millionen Dollar, der Kryptohandel kam auf 100 Millionen und fiel um 38 Prozent.
- Der Gesamtumsatz erreichte einen Rekordwert von 1,31 Milliarden Dollar, ein Plus von 32 Prozent.
- Die verwahrten Vermögenswerte stiegen um 32 Prozent auf 369 Milliarden Dollar.
Eigene Börse für Ereignisverträge
Hinter dem Wachstum steht eine strukturelle Entscheidung. Im Juni ging Rothera an den Start, eine von der amerikanischen Terminmarktaufsicht zugelassene Börse mit eigener Abwicklung. Betrieben wird sie eigenständig über ein Gemeinschaftsunternehmen mit Susquehanna International Group.
Über die Plattform wurden bislang über 3,5 Milliarden Verträge gehandelt.
Ereignisverträge sind Papiere, deren Auszahlung vom Eintreten eines bestimmten Ereignisses abhängt, etwa dem Ausgang einer Wahl oder eines Sportereignisses. Rechtlich werden sie in den Vereinigten Staaten als Terminkontrakte behandelt und unterliegen damit der Aufsicht der Terminmarktbehörde.
Genau daran entzündet sich Streit. Mehr als ein Dutzend Bundesstaaten bestreitet derzeit, ob solche Verträge dem jeweiligen Landesrecht zum Glücksspiel entzogen sind.
Handel durch Programme
Im Mai startete der Anbieter ein Angebot, bei dem Kunden Aktien, Optionen und Kryptowährungen durch selbstständig arbeitende Programme handeln lassen können. Nutzer verbinden dazu ihre eigenen Modelle mit einer Schnittstelle des Unternehmens.
Bis zum Quartalsende hatten knapp 100.000 Kunden ein solches Konto eröffnet, mit zusammen über 100 Millionen Dollar an verwahrten Vermögenswerten.
Aufsichtsbehörden haben diese Produktkategorie in ihrer jetzigen Form noch nicht abschließend geprüft. Kunden tragen die Verantwortung dafür, das Verhalten der Programme zu überwachen, und die üblichen Zusicherungen des Wertpapiergeschäfts greifen dort nicht.
Dreizehn Geschäftsfelder statt zwei
Die Verschiebung ist breiter als der einzelne Bereich. Nach eigenen Angaben erwirtschaften inzwischen 13 Geschäftsfelder jeweils über 100 Millionen Dollar an hochgerechnetem Jahresumsatz. Vor drei Jahren waren es zwei.
Hinzugekommen sind Vermögensverwaltung, Bankdienste, Wettmärkte, Altersvorsorgeprodukte und Abonnements. Die Handelsoberfläche für aktive Kunden überschritt rund 18 Monate nach ihrer Einführung ebenfalls die Marke von 100 Millionen Dollar, ebenso das Kreditkartengeschäft.
Kundenvermögen wächst um 32 Prozent
Die verwahrten Vermögenswerte stiegen um 32 Prozent auf 369 Milliarden Dollar. Getragen wurde das von Zuflüssen und höheren Aktienkursen, teilweise ausgeglichen durch niedrigere Kryptobewertungen.
Die Nettozuflüsse betrugen im Quartal 21,7 Milliarden Dollar, über zwölf Monate 75,7 Milliarden Dollar.
Die Zahl der Abonnenten des kostenpflichtigen Zusatzangebots stieg um 1,4 Millionen oder 39 Prozent auf 4,8 Millionen. Der durchschnittliche Erlös je Kunde legte um 24 Prozent auf 187 Dollar zu.
Die liquiden Mittel lagen bei 5,4 Milliarden Dollar, einschließlich der Erlöse aus einer Wandelanleihe vom Juni. Für 414 Millionen Dollar wurden 4,4 Millionen eigene Aktien zu durchschnittlich rund 94 Dollar zurückgekauft.
Bereits im ersten Quartal war der Kryptoumsatz um 47 Prozent auf 134 Millionen Dollar gefallen, während das Aktiengeschäft um 46 Prozent zulegte. Der Rückgang im Kryptobereich zieht sich damit über mehrere Quartale.
Häufige Fragen
Was sind Ereignisverträge
Papiere, deren Auszahlung vom Eintreten eines bestimmten Ereignisses abhängt, etwa dem Ausgang einer Wahl oder eines Sportereignisses. Rechtlich werden sie in den Vereinigten Staaten als Terminkontrakte behandelt und unterliegen der Aufsicht der Terminmarktbehörde.
Warum gibt es Streit um diese Verträge
Mehr als ein Dutzend Bundesstaaten bestreitet derzeit, ob solche Verträge dem jeweiligen Landesrecht zum Glücksspiel entzogen sind. Im Juni ging mit Rothera eine eigene zugelassene Börse an den Start, über die bislang über 3,5 Milliarden Verträge gehandelt wurden.
Wie breit ist das Geschäft inzwischen aufgestellt
Nach eigenen Angaben erwirtschaften 13 Geschäftsfelder jeweils über 100 Millionen Dollar an hochgerechnetem Jahresumsatz. Vor drei Jahren waren es zwei. Hinzugekommen sind Vermögensverwaltung, Bankdienste, Wettmärkte, Altersvorsorgeprodukte und Abonnements.
Diese Analyse dient nur der Information und ist keine Anlageberatung.
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