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Strategy verkauft Bitcoin, um Dividenden zu zahlen, und sitzt auf 8,6 Milliarden Dollar Buchverlust

Strategy verkauft Bitcoin, um Dividenden zu zahlen, und sitzt auf 8,6 Milliarden Dollar Buchverlust. Warum der Aufschlag zur Bilanz verschwunden ist.

Strategy verkauft Bitcoin, um Dividenden zu zahlen, und sitzt auf 8,6 Milliarden Dollar Buchverlust
Foto: Kanchanara auf Unsplash

Strategy, der Konzern der bis zur Umbenennung MicroStrategy hieß, hat zwischen dem 27. Juli und dem 2. August 1.638 Bitcoin für 104,7 Millionen Dollar verkauft. Von diesem Erlös flossen 52,4 Millionen Dollar in Dividenden auf Vorzugsaktien und 52,3 Millionen Dollar in den Rückkauf eigener Vorzugspapiere.

Der Bestand sank damit auf 842.138 Bitcoin. Bei einem Kurs um 65.200 Dollar entspricht das einem Marktwert von rund 54,9 Milliarden Dollar. Der Anschaffungspreis lag bei 63,51 Milliarden Dollar, woraus sich ein Buchverlust von etwa 8,6 Milliarden Dollar ergibt.

Der durchschnittliche Einkaufspreis beträgt rund 75.651 Dollar je Bitcoin und liegt damit deutlich über dem aktuellen Marktpreis.

Das Wichtigste in Kürze

  • Strategy verkaufte zwischen dem 27. Juli und dem 2. August 1.638 Bitcoin für 104,7 Millionen Dollar, um Dividenden zu zahlen und Vorzugspapiere zurückzukaufen.
  • Der Bestand sank auf 842.138 Bitcoin, bei einem Anschaffungspreis von 63,51 Milliarden Dollar ergibt sich ein Buchverlust von etwa 8,6 Milliarden Dollar.
  • Die Verpflichtungen aus den Vorzugspapieren summieren sich auf über 1,5 Milliarden Dollar jährlich.

Bruch mit dem eigenen Grundsatz

Der bemerkenswerteste Vorgang ist nicht die Höhe der Verkäufe, sondern ihr Prinzip. Gründer Michael Saylor hatte über Jahre die Position vertreten, niemals zu verkaufen. Der erste Verkauf seit 2022 fand 2026 statt und umfasste lediglich 32 Bitcoin für rund 2,5 Millionen Dollar.

Die Menge war unbedeutend, das Signal nicht. Bitcoin ist damit von einer unantastbaren Reserve zu einem Finanzierungsinstrument geworden.

Saylor begründete das auf einer Analystenkonferenz damit, man würde einen Teil verkaufen, um Dividenden zu zahlen und dem Markt den eigenen Erfolg zu zeigen.

Formalisiert wurde der Kurswechsel in einem neuen Finanzierungsrahmen. Vorgesehen sind eine Dollarreserve von 2,55 Milliarden Dollar, Rückkäufe eigener Stammaktien von bis zu einer Milliarde Dollar und die Erlaubnis, bis zu 20.800 Bitcoin oder rund 2,5 Prozent des Bestands zu veräußern.

Der Aufschlag ist verschwunden

Das Geschäftsmodell beruhte über Jahre auf einer einfachen Rechnung. Die Aktie notierte über dem Wert der gehaltenen Bitcoin. Das Unternehmen gab neue Aktien aus und kaufte damit mehr Bitcoin, als die Aktien wert waren. Für bestehende Aktionäre stieg dadurch der Bitcoinanteil je Aktie.

Diese Rechnung funktioniert nur bei einem Aufschlag. Das Management hat dafür eine Schwelle genannt. Liegt das Verhältnis von Marktwert zu Bitcoinwert über dem 1,22 fachen, werden Aktien ausgegeben. Fällt es darunter, wird stattdessen Bitcoin verkauft, um Schulden zu tilgen oder Aktien zurückzukaufen.

Zuletzt lag dieser Wert bei rund 1,07. Zeitweise notierte die Aktie sogar unter dem Wert ihrer Bitcoinbestände.

Über 1,5 Milliarden Dollar Dividenden im Jahr

Die Verpflichtungen aus den Vorzugspapieren summieren sich auf über 1,5 Milliarden Dollar jährlich. Der Dividendensatz auf die variabel verzinsten Papiere wurde von 11,5 auf 12 Prozent angehoben.

Parallel läuft ein Rückkauf dieser Papiere unter ihrem Nennwert, was die künftige Belastung senkt.

Das Unternehmen hat zugesagt, 2,55 Milliarden Dollar an liquiden Mitteln vorzuhalten und sich das Recht gesichert, Bitcoin im Wert von 1,25 Milliarden Dollar zu veräußern. Zusammen ergibt das einen Puffer von 3,8 Milliarden Dollar, der nach eigener Darstellung mehrere Jahre an Verpflichtungen abdeckt, ohne dass der Bitcoinkurs steigen muss.

Hintergrund ist eine im Juni begonnene Untersuchung einer amerikanischen Kanzlei, die die Frage aufwarf, ob die Zahlungen bei anhaltend niedrigem Bitcoinkurs bedienbar bleiben.

Die Verschuldung liegt bei rund 6,75 bis 8,2 Milliarden Dollar, wovon ein erheblicher Teil auf Wandelanleihen entfällt, die mit Bitcoin besichert sind.

Kursziele zwischen 176 und 395 Dollar

Die Aktie schloss zuletzt bei 100,01 Dollar. Die Analystenmeinungen gehen weit auseinander. Genannt werden Ziele von 395 Dollar bei TD Cowen und 260 Dollar bei Citi, während andere Häuser bei 176 bis 228 Dollar liegen und Mizuho auf 213 Dollar zurücknahm.

Diese Spannbreite spiegelt die eigentliche Schwierigkeit. Der Wert des Unternehmens hängt fast vollständig vom Bitcoinkurs ab und davon, ob der Markt bereit ist, für die Verpackung einen Aufschlag zu zahlen.

Im ersten Quartal wies der Konzern einen Nettoverlust von 12,54 Milliarden Dollar aus, überwiegend aus nicht realisierten Kursverlusten.

Das Management hat seinen Maßstab entsprechend verschoben. Nicht mehr der Gesamtbestand an Bitcoin gilt als Erfolgsgröße, sondern der Bitcoinanteil je Aktie.

Häufige Fragen

Warum verkauft Strategy jetzt Bitcoin

Gründer Michael Saylor hatte über Jahre die Position vertreten, niemals zu verkaufen. Er begründete den Wechsel damit, man würde einen Teil verkaufen, um Dividenden zu zahlen und dem Markt den eigenen Erfolg zu zeigen. Der neue Finanzierungsrahmen erlaubt den Verkauf von bis zu 20.800 Bitcoin.

Warum funktioniert das Geschäftsmodell nicht mehr

Es beruhte darauf, dass die Aktie über dem Wert der gehaltenen Bitcoin notierte. Liegt das Verhältnis von Marktwert zu Bitcoinwert über dem 1,22 fachen, werden Aktien ausgegeben. Zuletzt lag dieser Wert bei rund 1,07, zeitweise notierte die Aktie sogar unter dem Wert ihrer Bestände.

Wie hoch sind die laufenden Verpflichtungen

Die Verpflichtungen aus den Vorzugspapieren summieren sich auf über 1,5 Milliarden Dollar jährlich. Der Dividendensatz auf die variabel verzinsten Papiere wurde von 11,5 auf 12 Prozent angehoben. Die Verschuldung liegt bei rund 6,75 bis 8,2 Milliarden Dollar.

Diese Analyse dient nur der Information und ist keine Anlageberatung.

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