Ford verdient mehr bei sinkendem Umsatz und hebt die Prognose zum zweiten Mal an
Ford verdient mehr bei sinkendem Umsatz und hebt die Prognose zum zweiten Mal an. Warum der Gewinn aus Preisen und nicht aus Stückzahlen kommt.

Ford hat im zweiten Quartal 2026 ein bereinigtes Ergebnis von 42 Cent je Aktie erzielt und damit die Schätzung von 35 Cent um 20 Prozent übertroffen. Das bereinigte Betriebsergebnis stieg um 17 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar.
Der Umsatz fiel dagegen. Im Automobilgeschäft lag er bei 44,89 Milliarden Dollar und damit unter der Erwartung von 45,81 Milliarden. Insgesamt erzielte der Konzern 48,3 Milliarden Dollar, rund vier Prozent weniger als im Vorjahr. Die Absatzzahlen sanken im Quartal um 10,3 Prozent.
Die Aktie stieg nachbörslich um knapp fünf Prozent auf 15,71 Dollar.
Der Konzern hob seine Jahresprognose für das bereinigte Betriebsergebnis auf zehn bis elf Milliarden Dollar an, nach zuvor 8,5 bis 10,5 Milliarden. Bereits nach dem ersten Quartal war die Spanne von acht bis zehn auf 8,5 bis 10,5 Milliarden erhöht worden.
Das Wichtigste in Kürze
- Das bereinigte Ergebnis lag im zweiten Quartal 2026 bei 42 Cent je Aktie gegenüber einer Schätzung von 35 Cent, das Betriebsergebnis stieg um 17 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar.
- Der Umsatz fiel auf 48,3 Milliarden Dollar, die Absatzzahlen sanken um 10,3 Prozent.
- Die Jahresprognose für das bereinigte Betriebsergebnis wurde auf zehn bis elf Milliarden Dollar angehoben.
Der Gewinn kommt aus Preisen, nicht aus Stückzahlen
Die Kombination aus sinkendem Umsatz und steigendem Ergebnis erklärt sich über den Produktmix. Ford verkauft weniger Fahrzeuge, aber teurere.
Genannt werden geländegängige Ausführungen und Modelle mit stärkerer Motorisierung. Das Management erwartet, dass sich dieser Trend im weiteren Jahresverlauf fortsetzt.
Aufgeschlüsselt nach Bereichen erzielte das klassische Geschäft ein Betriebsergebnis von 1,1 Milliarden Dollar nach 661 Millionen im Vorjahr. Das Geschäft mit gewerblichen Kunden fiel dagegen von 2,3 auf 1,7 Milliarden Dollar, weil Engpässe bei Aluminium die Produktion von Pickups behinderten.
Der Bereich für Elektrofahrzeuge verlor 919 Millionen Dollar nach einem Verlust von 1,3 Milliarden Dollar im Vorjahr.
500 Millionen Dollar aus einer vorgezogenen Erstattung
Ein Teil der Prognoseanhebung beruht auf einem Posten, den der Konzern selbst als nicht wiederholbar bezeichnet.
Von einer angekündigten Zollerstattung über 1,3 Milliarden Dollar flossen rund 500 Millionen Dollar früher als geplant. Finanzvorständin Sherry House nannte diesen Effekt ausdrücklich als Beitrag zur erhöhten Prognose.
Bei den Zollkosten insgesamt rechnet der Konzern nun mit einem Nettobetrag von besser als einer Milliarde Dollar. Ford muss einen Teil seines Aluminiums einführen und zahlt darauf 50 Prozent Zoll. Wegen des hohen Anteils eigener Fertigung in den Vereinigten Staaten fallen die Belastungen geringer aus als bei Wettbewerbern.
Der bereinigte freie Mittelzufluss betrug 2,1 Milliarden Dollar.
Erholung nach Lieferausfällen
Hinter dem schwachen Quartal steht ein konkretes Ereignis. Ausfälle beim Aluminiumlieferanten Novelis hatten die Produktion der Pickup Reihe zuvor erheblich gebremst.
Ford erwartet, etwa 2,5 Milliarden Dollar des entgangenen Fahrzeugvolumens aufzuholen. Das liegt am unteren Ende einer zuvor genannten Spanne von bis zu drei Milliarden Dollar. Als Grund nennt House die Zusammensetzung der Fahrzeuge, die dieses Jahr noch produziert werden können.
Die Lagerbestände bei der Pickup Reihe sind nach Unternehmensangaben sehr niedrig, was zusätzlichen Spielraum lässt, sobald sich die Versorgung normalisiert.
Vor den Zahlen hatte Jefferies Ford und General Motors auf Kaufen hochgestuft. Analyst Philippe Houchois bezeichnete das zweite Quartal als Tiefpunkt beim Volumen.
Vergleich mit General Motors
Eine Woche zuvor hatte General Motors seine Jahresprognose auf 14 bis 16 Milliarden Dollar angehoben, bei einem bereinigten Ergebnis von 3,57 Dollar je Aktie.
Beide Konzerne finanzieren ihre Elektroprogramme aus den Margen des Geschäfts mit Pickups und Hybridfahrzeugen, und beide verkleinern diese Programme, statt sie aufzugeben. Der Unterschied liegt darin, dass General Motors dafür eine Wertberichtigung von 2,3 Milliarden Dollar vorgenommen hat, während Ford ohne eine solche Abschreibung auskommt.
Vorstandschef Jim Farley bezeichnete ein erneuertes nordamerikanisches Handelsabkommen als entscheidend für den Wettbewerb mit japanischen und südkoreanischen Herstellern.
Das Management wies darauf hin, dass die Prognose weder einen schweren Konjunktureinbruch noch eine deutliche Verschärfung im Nahen Osten berücksichtigt.
Häufige Fragen
Warum steigt der Gewinn bei sinkendem Umsatz
Die Kombination erklärt sich über den Produktmix. Ford verkauft weniger Fahrzeuge, aber teurere. Genannt werden geländegängige Ausführungen und Modelle mit stärkerer Motorisierung. Das Management erwartet, dass sich dieser Trend im weiteren Jahresverlauf fortsetzt.
Welche Rolle spielt die Zollerstattung
Von einer angekündigten Zollerstattung über 1,3 Milliarden Dollar flossen rund 500 Millionen Dollar früher als geplant. Finanzvorständin Sherry House nannte diesen Effekt ausdrücklich als Beitrag zur erhöhten Prognose und bezeichnete ihn als nicht wiederholbar.
Wie unterscheidet sich Ford von General Motors
Beide Konzerne finanzieren ihre Elektroprogramme aus den Margen des Geschäfts mit Pickups und Hybridfahrzeugen und verkleinern diese Programme, statt sie aufzugeben. Der Unterschied liegt darin, dass General Motors dafür eine Wertberichtigung von 2,3 Milliarden Dollar vorgenommen hat, während Ford ohne eine solche Abschreibung auskommt.
Diese Analyse dient nur der Information und ist keine Anlageberatung.
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