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IBM verliert an einem Tag 25 Prozent und 73 Dollar je Aktie

IBM verliert an einem Tag 25,2 Prozent und 73 Dollar je Aktie. Warum Kunden ihre Budgets kurzfristig von Software auf Hardware umgelenkt haben.

IBM verliert an einem Tag 25 Prozent und 73 Dollar je Aktie
Foto: Mohammad Rahmani auf Unsplash

IBM hat am 14. Juli 2026 den schwersten Kurssturz seiner Geschichte erlebt. Die Aktie fiel um 25,2 Prozent von 290,23 auf 217,07 Dollar. Das sind über 73 Dollar je Anteil an einem einzigen Handelstag.

Der bisherige Rekord stammte vom 19. Oktober 1987, als das Papier am Schwarzen Montag 23,7 Prozent verlor. Die Aufzeichnungen reichen bis 1968 zurück, an der New Yorker Börse ist IBM seit 1916 notiert.

Auslöser war eine vorläufige Gewinnwarnung. Der Konzern meldete für das zweite Quartal einen Umsatz von 17,2 Milliarden Dollar und ein bereinigtes Ergebnis von 2,93 Dollar je Aktie. Erwartet worden waren 17,86 Milliarden Dollar und 3,01 Dollar.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Aktie fiel am 14. Juli 2026 um 25,2 Prozent von 290,23 auf 217,07 Dollar, der schwerste Tagesverlust der Firmengeschichte.
  • Der Umsatz im zweiten Quartal lag bei 17,2 Milliarden Dollar und das bereinigte Ergebnis bei 2,93 Dollar je Aktie, erwartet worden waren 17,86 Milliarden und 3,01 Dollar.
  • Der bisherige Rekord stammte vom 19. Oktober 1987, als das Papier am Schwarzen Montag 23,7 Prozent verlor.

Kunden kauften Hardware statt Software

Vorstandschef Arvind Krishna führte den Fehlbetrag auf eine kurzfristige Verschiebung bei den Kunden zurück. In den letzten Wochen des Juni hätten diese ihre Ausgaben umgelenkt, weg von Software und Infrastruktur, hin zu Hardware wie Servern, Speichersystemen und Speicherchips.

Der Grund dafür liegt außerhalb von IBM. Wer Kapazität für künstliche Intelligenz aufbaut, muss knappe Hardware sichern, bevor die Preise weiter steigen. Diese Käufe wurden vorgezogen, andere Ausgaben verschoben.

Mehrere große Abschlüsse bei Software und Beratung kamen dadurch nicht mehr vor dem Quartalsende zustande.

Aufgeschlüsselt wuchs der Umsatz insgesamt um ein Prozent. Software legte fünf Prozent zu, Beratung stagnierte, Infrastruktur fiel um sieben Prozent. Bei der Infrastruktur kamen Verzögerungen bei der Einführung des Großrechners z17 und gestiegene Chipkosten hinzu.

Der eigentliche Schock liegt im Vergleich zur Prognose

Die Zahlen allein erklären den Kurssturz nicht. Ein Umsatz, der 660 Millionen Dollar unter der Erwartung liegt, ist bei einem Konzern dieser Größe kein Zusammenbruch.

Entscheidend ist der Abstand zur eigenen Ansage. Auf der Analystenkonferenz im April hatte Finanzvorstand Jim Kavanaugh für 2026 ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von über fünf Prozent in Aussicht gestellt. Die Softwaresparte sollte um über zehn Prozent wachsen. Für das zweite Quartal war eine ähnliche Rate wie im Gesamtjahr angekündigt worden.

Geliefert wurde ein Prozent. Das erste Quartal hatte mit 15,92 Milliarden Dollar die Schätzung noch um 300 Millionen Dollar übertroffen.

Die größte Sorge der Anleger richtet sich darauf, ob der Konzern seine Jahresprognose im vollständigen Bericht senken muss.

Panik im gesamten Softwaresektor

Die Warnung wirkte weit über IBM hinaus. Am selben Tag gerieten Software und Beratungswerte unter Druck, darunter mehrere große Anbieter für Unternehmenssoftware und Beratungshäuser.

Der Grund liegt in der Frage, die IBM aufgeworfen hat. Wenn Unternehmen ihre Technologiebudgets in Richtung Hardware umschichten, trifft das jeden Anbieter, der von laufenden Softwarelizenzen und Beratungsprojekten lebt.

Bemerkenswert ist der zeitliche Zusammenfall. Am selben Morgen meldete Goldman Sachs mit Nettoerträgen von 20,34 Milliarden Dollar das stärkste Quartal seiner 157 jährigen Geschichte.

Was danach geschah

Der vollständige Quartalsbericht folgte am 22. Juli. Bis dahin blieb offen, ob die Jahresziele Bestand haben.

Seit Jahresbeginn lag die Aktie nach dem Sturz 28 Prozent im Minus. HSBC nannte ein Kursziel von 191 Dollar. Als technische Marke wurde ein Bereich um 213 Dollar genannt, darunter 201 Dollar.

Für Anleger stellt sich damit eine Frage, die den gesamten Sektor betrifft. Ist die Verschiebung zur Hardware eine einmalige Vorziehung von Käufen oder der Beginn einer dauerhaften Umschichtung der Technologiebudgets.

Häufige Fragen

Was hat den Kurssturz ausgelöst

Eine vorläufige Gewinnwarnung. Vorstandschef Arvind Krishna führte den Fehlbetrag darauf zurück, dass Kunden in den letzten Wochen des Juni ihre Ausgaben von Software und Infrastruktur hin zu Hardware umgelenkt haben. Mehrere große Abschlüsse bei Software und Beratung kamen dadurch nicht mehr vor dem Quartalsende zustande.

Warum war der Abstand zur eigenen Prognose so groß

Auf der Analystenkonferenz im April hatte Finanzvorstand Jim Kavanaugh für 2026 ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von über fünf Prozent in Aussicht gestellt, die Softwaresparte sollte um über zehn Prozent wachsen. Geliefert wurde ein Prozent.

Warum betraf die Warnung den ganzen Softwaresektor

Wenn Unternehmen ihre Technologiebudgets in Richtung Hardware umschichten, trifft das jeden Anbieter, der von laufenden Softwarelizenzen und Beratungsprojekten lebt. Am selben Tag gerieten deshalb mehrere große Anbieter für Unternehmenssoftware und Beratungshäuser unter Druck.

Diese Analyse dient nur der Information und ist keine Anlageberatung.

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