PayPal wächst um fünf Prozent und das operative Ergebnis fällt trotzdem um acht Prozent
PayPal wächst um fünf Prozent und das operative Ergebnis fällt trotzdem um acht Prozent. Warum Rückkäufe über sechs Milliarden Dollar den Gewinn kaum heben.

PayPal hat im zweiten Quartal 2026 ein bereinigtes Ergebnis von 1,38 Dollar je Aktie erzielt und damit die Erwartungen um 7,8 Prozent übertroffen. Gegenüber dem Vorjahr ist das dennoch ein Rückgang um ein Prozent.
Der Umsatz stieg um fünf Prozent, währungsbereinigt um drei Prozent. Das operative Ergebnis fiel dagegen um acht Prozent, die Marge verlor 248 Basispunkte.
Der Grund liegt bei den Kosten. Die Aufwendungen außerhalb des Transaktionsgeschäfts wachsen nach eigener Prognose um sieben bis acht Prozent, während der Umsatz um fünf Prozent zulegte.
Der Konzern hob dennoch seine Jahresprognose an. Erwartet werden nun Transaktionsmargenerlöse von rund 15,6 Milliarden Dollar und ein bereinigtes Ergebnis von etwa 5,38 Dollar je Aktie, nach 5,31 Dollar im Jahr 2025.
Das Wichtigste in Kürze
- Das bereinigte Ergebnis lag im zweiten Quartal 2026 bei 1,38 Dollar je Aktie und übertraf die Erwartungen um 7,8 Prozent.
- Der Umsatz stieg um fünf Prozent, das operative Ergebnis fiel dagegen um acht Prozent und die Marge verlor 248 Basispunkte.
- Das Volumen im markengebundenen Bezahlvorgang wuchs währungsbereinigt um zwei Prozent.
Nur 1,3 Prozent Wachstum trotz sechs Milliarden Rückkäufen
Diese Prognose verdient eine Einordnung. Ein Anstieg von 5,31 auf 5,38 Dollar entspricht 1,3 Prozent. Gleichzeitig hat PayPal über zwölf Monate eigene Aktien für sechs Milliarden Dollar zurückgekauft.
Bei Rückkäufen in dieser Größenordnung verteilt sich der Gewinn auf deutlich weniger Anteile. Dass das Ergebnis je Aktie trotzdem nur um gut ein Prozent steigt, bedeutet, dass der Gewinn selbst rückläufig ist.
Im Quartal erzielte der Konzern einen bereinigten freien Mittelzufluss von 1,8 Milliarden Dollar und gab 1,5 Milliarden Dollar über Rückkäufe an die Anteilseigner zurück.
Das Kerngeschäft wächst um zwei Prozent
Der entscheidende Wert ist das Volumen im markengebundenen Bezahlvorgang, also dort, wo Kunden bewusst den PayPal Knopf wählen. Es wuchs währungsbereinigt um zwei Prozent, im zweiten Quartal in Folge.
Für das Gesamtjahr erwartet das Unternehmen ein Wachstum im niedrigen einstelligen Bereich. Die Zahlen aus dem Juli entsprechen nach Angaben des Managements weiterhin den zwei Prozent aus dem ersten Halbjahr.
Deutlich schneller laufen andere Bereiche. Venmo und der Zahlungsdienst Braintree wuchsen im mittleren Zehnerbereich, das Geschäft mit Ratenzahlung beschleunigte sich auf 26 Prozent.
Die Zahl der Zahlungsvorgänge stieg um acht Prozent auf 6,8 Milliarden. Die Transaktionen je aktivem Konto legten über zwölf Monate um drei Prozent auf 60,0 zu. Die Zahl der Nutzer selbst blieb weitgehend unverändert.
Umbau in drei Geschäftsbereiche
Vorstandschef Enrique Lores hat den Konzern in drei Bereiche gegliedert. Bezahllösungen, Finanzdienste für Verbraucher sowie Zahlungsdienste und Kryptowährungen.
Als künftig größten Treiber der Margenerlöse bezeichnet er ausdrücklich nicht mehr den Bezahlvorgang, sondern die Finanzdienste. Dazu zählen Kredite, Ratenzahlung und weitere Angebote zur Geldverwaltung über PayPal und Venmo.
Dahinter steht ein struktureller Befund. Der Bezahlvorgang wird nach Darstellung von Beobachtern gleichzeitig aus mehreren Richtungen angegriffen. Wer daran wenig verdient, muss andere Erlösquellen aufbauen.
1,5 Milliarden Dollar Einsparungen geplant
Über zwei bis drei Jahre sollen mindestens 1,5 Milliarden Dollar an laufenden Kosten eingespart werden. Maßnahmen über rund 400 Millionen Dollar sollen bis Ende 2026 umgesetzt sein.
Ein Teil dieser Einsparungen soll in Wachstumsfelder zurückfließen, genannt werden Risikosteuerung mit künstlicher Intelligenz und Bezahlvorgänge, die von Programmen ausgelöst werden.
Für das dritte Quartal ist das Management ungewöhnlich offen. Erwartet werden ein leicht positives Wachstum bei den Transaktionsmargenerlösen und ein Rückgang des bereinigten Ergebnisses je Aktie im niedrigen einstelligen Bereich. Die Einsparungen sollen erst im vierten Quartal spürbar werden.
Finanzvorständin Jamie Miller wies darauf hin, dass die aktualisierte Prognose für den Rest des Jahres keine Zinssenkungen mehr unterstellt. In Europa normalisiert sich das Wachstum nach mehreren starken Jahren, bei zunehmendem Wettbewerb.
Häufige Fragen
Warum fällt das operative Ergebnis trotz Wachstum
Der Grund liegt bei den Kosten. Die Aufwendungen außerhalb des Transaktionsgeschäfts wachsen nach eigener Prognose um sieben bis acht Prozent, während der Umsatz um fünf Prozent zulegte.
Was sagt die Prognose über den Gewinn aus
Erwartet werden rund 5,38 Dollar je Aktie nach 5,31 Dollar im Jahr 2025, also 1,3 Prozent mehr. Gleichzeitig hat PayPal über zwölf Monate eigene Aktien für sechs Milliarden Dollar zurückgekauft. Dass das Ergebnis je Aktie trotzdem nur um gut ein Prozent steigt, bedeutet, dass der Gewinn selbst rückläufig ist.
Welche Bereiche wachsen am schnellsten
Venmo und der Zahlungsdienst Braintree wuchsen im mittleren Zehnerbereich, das Geschäft mit Ratenzahlung beschleunigte sich auf 26 Prozent. Das Volumen im markengebundenen Bezahlvorgang legte dagegen nur um zwei Prozent zu.
Diese Analyse dient nur der Information und ist keine Anlageberatung.
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