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Fünf Konzerne investieren 2026 bis zu 800 Milliarden Dollar in Rechenzentren

Amazon, Alphabet, Microsoft, Meta und Oracle planen 2026 Investitionen von 775 bis 800 Milliarden Dollar. Warum Anleger darauf inzwischen negativ reagieren.

Fünf Konzerne investieren 2026 bis zu 800 Milliarden Dollar in Rechenzentren
Foto: İsmail Enes Ayhan auf Unsplash

Amazon, Alphabet, Microsoft, Meta und Oracle haben für 2026 zusammen Investitionen von 775 bis 800 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Das ist etwa das Dreifache dessen, was diese fünf Unternehmen 2024 ausgegeben haben. Rund 75 Prozent davon entfallen auf Vorhaben im Bereich künstliche Intelligenz.

Die Zahlen stammen aus den Quartalsberichten und Analystenkonferenzen zum zweiten Quartal, die zwischen dem 22. und 30. Juli veröffentlicht wurden. Oracle bilanziert auf ein Geschäftsjahr, das im Mai endet, und liegt damit ein Quartal hinter den übrigen.

Für die einzelnen Unternehmen ergeben sich folgende Größen. Amazon führt mit rund 200 Milliarden Dollar, gefolgt von Microsoft mit etwa 175 bis 190 Milliarden, Alphabet mit 175 bis 205 Milliarden nach einer Anhebung der Obergrenze bei den Quartalszahlen, Meta mit 125 bis 145 Milliarden nach zwei Anhebungen und Oracle mit rund 50 Milliarden Dollar.

Im Vorjahr hatten die vier größten zusammen etwa 410 Milliarden Dollar ausgegeben.

Das Wichtigste in Kürze

  • Fünf Konzerne stellen für 2026 Investitionen von 775 bis 800 Milliarden Dollar in Aussicht, etwa das Dreifache von 2024.
  • Rund 75 Prozent davon entfallen auf Vorhaben im Bereich künstliche Intelligenz.
  • Anleger werten Erhöhungen inzwischen negativ, nach den Berichten verloren die großen Technologiekonzerne fast eine Billion Dollar an Marktwert.

Anleger reagieren inzwischen negativ

Bemerkenswert ist die Reaktion der Märkte. Noch vor wenigen Quartalen wurden Erhöhungen der Investitionsbudgets als Beleg für gesunde Nachfrage gewertet. Inzwischen hat sich das gedreht.

Nachdem Alphabet seine Prognose zusammen mit den Quartalszahlen angehoben hatte, fiel die Aktie am Folgetag um sieben Prozent. Amazon, Meta und Microsoft gaben ebenfalls nach. Nach einer Zusammenstellung von CNBC verloren die großen Technologiekonzerne im Anschluss an ihre Berichte fast eine Billion Dollar an Marktwert.

Der Grund liegt in der Finanzierung. Die langfristigen Schulden von Amazon stiegen zwischen dem 31. Dezember und dem 31. März um 81 Prozent auf 119 Milliarden Dollar. Bei Alphabet legten sie im ersten Halbjahr 2026 um 111 Prozent auf 98 Milliarden Dollar zu. Der Konzern, der lange als besonders ertragsstark galt, wies im zweiten Quartal erstmals einen negativen Mittelzufluss aus.

Cloudgeschäfte wachsen weiter kräftig

Auf der anderen Seite stehen die Wachstumsraten der Cloudsparten. Im zweiten Quartal legte Google Cloud um 82 Prozent zu, Amazon Web Services um 37 Prozent und Azure um 43 Prozent.

Der Vorstandschef von Amazon bezifferte das Wachstum der Cloudsparte auf 36,7 Prozent und nannte für das Geschäft mit künstlicher Intelligenz und eigenen Chips eine jährliche Umsatzrate von jeweils über 25 Milliarden Dollar.

Die Investitionen wurden dabei von 200 auf 220 Milliarden Dollar erhöht, während der freie Mittelzufluss auf minus 7,6 Milliarden Dollar fiel. Anleger nahmen das zunächst gelassen auf, die Aktie stieg nach den Zahlen.

Apple bleibt der Ausreißer

Innerhalb der Gruppe fällt Apple aus dem Rahmen. Der Konzern hat keine vergleichbare Ausweitung vorgenommen, die Investitionen sanken im Dezember 2025 sogar um 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Das schlägt sich im Kurs nieder. Apple liegt in diesem Jahr rund 23 Prozent im Plus, Amazon nur etwa vier Prozent. Der iPhone Hersteller gilt inzwischen als Ausweichwert innerhalb der Branche, weil er auf Hardware, Dienste und Abonnements setzt und Funktionen im Bereich künstliche Intelligenz überwiegend über Partnerschaften abdeckt.

Wie unterschiedlich die Bewertungen ausfallen, zeigte ein einzelner Handelstag Ende Juli. Meta verlor acht Prozent, Microsoft legte 15 Prozent zu.

Strom wird zum Engpass

Die entscheidende Frage für 2026 ist nach Einschätzung von Branchenbeobachtern nicht, ob das Geld vorhanden ist, sondern wie schnell es sich verbauen lässt. Der Sektor ist bereits durch die verfügbare elektrische Leistung begrenzt, und die Lieferzeiten verlängern sich.

Analysten rechnen damit, dass die Investitionen der großen Anbieter 2027 die Marke von einer Billion Dollar überschreiten.

Häufige Fragen

Wie verteilen sich die 800 Milliarden Dollar

Amazon führt mit rund 200 Milliarden Dollar, gefolgt von Microsoft mit etwa 175 bis 190 Milliarden, Alphabet mit 175 bis 205 Milliarden, Meta mit 125 bis 145 Milliarden und Oracle mit rund 50 Milliarden Dollar. Im Vorjahr hatten die vier größten zusammen etwa 410 Milliarden Dollar ausgegeben.

Warum reagieren Anleger negativ auf höhere Budgets

Der Grund liegt in der Finanzierung. Die langfristigen Schulden von Amazon stiegen um 81 Prozent auf 119 Milliarden Dollar, bei Alphabet um 111 Prozent auf 98 Milliarden Dollar. Alphabet wies im zweiten Quartal erstmals einen negativen Mittelzufluss aus.

Was begrenzt den Ausbau der Rechenzentren

Nach Einschätzung von Branchenbeobachtern nicht das Geld, sondern die verfügbare elektrische Leistung und die Lieferzeiten. Analysten rechnen damit, dass die Investitionen der großen Anbieter 2027 die Marke von einer Billion Dollar überschreiten.

Diese Analyse dient nur der Information und ist keine Anlageberatung.

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