Adobe verdreifacht seine KI Erlöse auf über 500 Millionen Dollar und nimmt dafür langsameres Wachstum in Kauf
Adobe verdreifacht seine KI Erlöse auf über 500 Millionen Dollar und nimmt dafür langsameres Wachstum in Kauf. Warum Analysten trotzdem bei Halten bleiben.

Adobe hat im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Rekordumsatz von 6,62 Milliarden Dollar erzielt, ein Plus von 12,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Erwartet worden waren 6,45 Milliarden Dollar.
Die wiederkehrenden Jahreserlöse aus den Produkten für künstliche Intelligenz haben sich verdreifacht und überschritten 500 Millionen Dollar.
Das bereinigte operative Ergebnis lag bei 2,95 Milliarden Dollar nach 2,67 Milliarden im Vorjahr. Die bereinigte operative Marge sank leicht von 45,5 auf rund 44,5 Prozent.
Aufgeschlüsselt wuchsen die Abonnementerlöse bei Geschäftskunden und Verbrauchern um 16 Prozent auf 1,85 Milliarden Dollar, bei Kreativ und Marketingfachleuten um 13 Prozent auf 4,54 Milliarden Dollar.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Umsatz stieg im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 um 12,7 Prozent auf 6,62 Milliarden Dollar, erwartet worden waren 6,45 Milliarden.
- Die wiederkehrenden Jahreserlöse aus den KI Produkten haben sich verdreifacht und überschritten 500 Millionen Dollar.
- Die Jahresprognose wurde auf 26,50 bis 26,60 Milliarden Dollar angehoben, nach zuvor 25,9 bis 26,1 Milliarden.
Kostenlose Zugänge statt schnellerer Erlöse
Die interessanteste Entscheidung steht nicht in den Zahlen, sondern in der Prognose. Adobe hat sich dafür entschieden, den Zuwachs bei kostenlosen Nutzern zu beschleunigen und geplante Anpassungen an der Produktpalette für Kreativprogramme zu verschieben.
Das senkt die Erwartung für das Wachstum der wiederkehrenden Erlöse im zweiten Halbjahr. Für das Gesamtjahr wird dort ein Zuwachs von 10,2 Prozent erwartet.
Dahinter steht eine Abwägung. Der Konzern nimmt kurzfristig langsameres Wachstum bei den Abonnementerlösen in Kauf, um mehr Menschen an die Produkte heranzuführen. Die Annahme lautet, dass eine breitere Nutzerbasis in Verbindung mit nutzungsabhängiger Abrechnung der KI Funktionen am Ende mehr einbringt als die weitere Optimierung klassischer Abonnements.
Ob das aufgeht, lässt sich frühestens in einigen Quartalen beurteilen.
Prognose deutlich angehoben
Für das dritte Quartal erwartet Adobe einen Umsatz von 6,67 bis 6,72 Milliarden Dollar. Der Konsens der Analysten hatte bei 6,51 Milliarden Dollar gelegen. Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll 6,05 bis 6,10 Dollar erreichen, nach 5,96 Dollar im vorangegangenen Quartal.
Die Jahresprognose wurde auf 26,50 bis 26,60 Milliarden Dollar angehoben, nach zuvor 25,9 bis 26,1 Milliarden. Beim bereinigten Ergebnis je Aktie stieg die Erwartung von 23,30 bis 23,50 Dollar auf 24,35 bis 24,45 Dollar.
Die bereinigte operative Marge soll im dritten Quartal bei rund 44 Prozent liegen, im Gesamtjahr bei etwa 45 Prozent.
Finanzvorstand hat das Unternehmen verlassen
Am 15. Juni 2026 schied Finanzvorstand Dan Durn aus. Steve Day, bislang für die Finanzen eines Geschäftsbereichs zuständig, übernahm die Aufgabe übergangsweise und berichtet direkt an Vorstandschef Shantanu Narayen.
Day arbeitet seit 20 Jahren in Führungsfunktionen im Finanzbereich des Unternehmens, was das Risiko einer Störung begrenzt. Ein dauerhafter Nachfolger wird gesucht.
Analysten bleiben zurückhaltend
Trotz der angehobenen Prognose lautet die Konsenseinstufung Halten.
Genannt werden vier Gründe. Die Verschiebung hin zu kostenlosen Angeboten, die Unsicherheit in der Führung, hohe Ausgaben für künstliche Intelligenz und der zunehmende Wettbewerb durch Anbieter, deren Produkte von Beginn an auf solchen Systemen aufbauen.
Der letzte Punkt ist für Adobe der heikelste. Die Produkte des Konzerns sind über Jahrzehnte als Werkzeuge für Fachleute gewachsen. Neue Anbieter erzeugen Bilder, Videos und Texte über einfache Eingaben und richten sich damit an eine breitere Gruppe.
Vorstandschef Narayen verwies auf starke Nachfrage über alle Kundengruppen hinweg.
Die Aktie notierte Mitte August bei rund 264 Dollar. Zum Vergleich lag der Umsatz im Geschäftsjahr 2025 noch bei einer Jahresprognose von 23,65 bis 23,70 Milliarden Dollar. Für 2026 werden nun rund 26,55 Milliarden Dollar erwartet.
Häufige Fragen
Warum nimmt Adobe langsameres Wachstum in Kauf
Der Konzern hat sich dafür entschieden, den Zuwachs bei kostenlosen Nutzern zu beschleunigen und geplante Anpassungen an der Produktpalette zu verschieben. Die Annahme lautet, dass eine breitere Nutzerbasis in Verbindung mit nutzungsabhängiger Abrechnung der KI Funktionen am Ende mehr einbringt.
Warum bleiben Analysten bei Halten
Genannt werden vier Gründe. Die Verschiebung hin zu kostenlosen Angeboten, die Unsicherheit in der Führung, hohe Ausgaben für künstliche Intelligenz und der zunehmende Wettbewerb durch Anbieter, deren Produkte von Beginn an auf solchen Systemen aufbauen.
Was ist mit dem Finanzvorstand passiert
Am 15. Juni 2026 schied Finanzvorstand Dan Durn aus. Steve Day, bislang für die Finanzen eines Geschäftsbereichs zuständig, übernahm die Aufgabe übergangsweise. Er arbeitet seit 20 Jahren in Führungsfunktionen im Finanzbereich des Unternehmens, ein dauerhafter Nachfolger wird gesucht.
Diese Analyse dient nur der Information und ist keine Anlageberatung.
Weitere Analysen
Alle Analysen
Broadcom und der KI-Umsatz, von 8,4 auf 10,7 Milliarden Dollar
Broadcom erwartet im laufenden Quartal 10,7 Milliarden Dollar KI-Umsatz. Warum kundenspezifische Chips zur zweiten Säule des Booms werden.
4 Min. LesezeitLesen

Drei Raffinerien auf Jahreshoch, die Spanne macht den Gewinn
Phillips 66, Marathon Petroleum und Valero markierten neue Jahreshochs. Warum für Raffinerien nicht der Ölpreis zählt, sondern die Spanne.
5 Min. LesezeitLesen

Pfizer auf Zweijahreshoch, Gesundheitswerte werden zum Zufluchtsort
Pfizer und Solventum markierten Anfang September neue Jahreshochs. Warum Anleger in einem schwierigen Marktumfeld zu Gesundheitswerten greifen.
3 Min. LesezeitLesen