Airbus muss im zweiten Halbjahr 519 Flugzeuge ausliefern, um sein Ziel zu halten
Airbus muss im zweiten Halbjahr 519 Flugzeuge ausliefern, um sein Jahresziel zu halten. Was die Halbjahreszahlen zeigen und warum der Mittelzufluss negativ war.

Airbus hält an seiner Prognose von rund 870 Auslieferungen für 2026 fest. Im ersten Halbjahr gingen 351 Verkehrsflugzeuge an Kunden. Für die verbleibenden sechs Monate ergibt sich daraus eine Lücke von 519 Maschinen.
Rechnerisch bedeutet das einen Monatsdurchschnitt von rund 86 Auslieferungen für den Rest des Jahres. Im ersten Halbjahr lag der Wert bei knapp 59.
Der Juli brachte 67 Auslieferungen. Damit liegt der Konzern weiterhin unter dem Tempo, das für das Jahresziel nötig wäre.
Das Wichtigste in Kürze
- Airbus hält an rund 870 Auslieferungen für 2026 fest, im ersten Halbjahr gingen 351 Verkehrsflugzeuge an Kunden.
- Für die verbleibenden sechs Monate ergibt sich ein Monatsdurchschnitt von rund 86 Auslieferungen, im ersten Halbjahr waren es knapp 59.
- Der freie Mittelzufluss lag im ersten Halbjahr bei minus 1,17 Milliarden Euro, verursacht durch geplanten Lageraufbau.
Zahlen deutlich über den Erwartungen
Die Halbjahreszahlen selbst fielen stark aus. Der Umsatz stieg um zwölf Prozent auf 33,2 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis legte um 24 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro zu, der Nettogewinn erreichte 2,24 Milliarden Euro nach 1,53 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum.
Besonders deutlich fiel das zweite Quartal aus. Der Umsatz stieg um 28 Prozent auf 20,5 Milliarden Euro, das bereinigte operative Ergebnis um 54 Prozent auf 2,43 Milliarden Euro. Analysten hatten 2,19 Milliarden Euro erwartet. Der Nettogewinn stieg um 126 Prozent auf 1,66 Milliarden Euro, was einem Ergebnis von 2,10 Euro je Aktie entspricht.
Von den 351 Auslieferungen entfielen 44 auf die A220, 271 auf die A320 Familie, zehn auf die A330 und 26 auf die A350. Im Vorjahreszeitraum waren es insgesamt 306 Maschinen gewesen.
Die Sparte Verteidigung und Raumfahrt steigerte ihr bereinigtes operatives Ergebnis um 84 Prozent auf 487 Millionen Euro.
Netto verbuchte der Konzern Bestellungen über 821 Flugzeuge. Der Auftragsbestand wuchs auf 9.222 Maschinen.
Negativer Mittelzufluss im Halbjahr
Ein Posten fällt aus dem Rahmen. Der freie Mittelzufluss lag im ersten Halbjahr bei minus 1,17 Milliarden Euro.
Der Konzern erklärt das mit einem geplanten Aufbau von Lagerbeständen zur Steigerung der Produktion. Wer die Fertigung hochfahren will, muss zuerst Material und Bauteile einkaufen, bevor die fertigen Flugzeuge bezahlt werden.
Für das Gesamtjahr hält Airbus an einem freien Mittelzufluss vor Kundenfinanzierung von rund 4,5 Milliarden Euro fest. Der Betrag muss damit vollständig im zweiten Halbjahr entstehen.
Ebenfalls bestätigt wurde das Ziel eines bereinigten operativen Ergebnisses von rund 7,5 Milliarden Euro.
Langfristige Produktionsziele bleiben stehen
An den mehrjährigen Zielen hält der Konzern ebenfalls fest. Die A220 soll bis 2028 auf 13 Flugzeuge monatlich steigen. Bei der A320 Familie werden 70 bis 75 Maschinen monatlich bis Ende 2027 angepeilt, danach eine Stabilisierung bei 75. Beim A330 bleibt das Ziel von fünf Flugzeugen monatlich bis 2029, beim A350 sollen ab 2028 zwölf Maschinen im Monat gefertigt werden.
Vorstandschef Guillaume Faury verwies auf die starke Entwicklung im zweiten Quartal und auf das robuste Geschäft in der Verteidigungssparte. Der Hochlauf der Produktion laufe in allen Geschäftsbereichen weiter.
Als Grund für die Verbesserung im Juni nennen Beobachter zwei Punkte. Ein Rückstau bei Lieferungen nach China wurde abgebaut, und die Engpässe bei Triebwerksherstellern haben nachgelassen.
Aktie mit deutlicher Erholung
Die Aktie hat die operative Entwicklung nachvollzogen. Zuletzt notierte sie bei 214,45 Euro mit einem Tagesplus von 0,99 Prozent. Über 30 Tage summiert sich der Zuwachs auf 10,33 Prozent.
Damit bleibt für die kommenden Monate eine klare Prüfgröße. Ohne eine deutliche Beschleunigung bei den monatlichen Auslieferungen ist das Jahresziel nicht zu halten.
Häufige Fragen
Wie viele Flugzeuge fehlen noch zum Jahresziel
Bei rund 870 geplanten Auslieferungen und 351 im ersten Halbjahr ergibt sich eine Lücke von 519 Maschinen. Rechnerisch bedeutet das einen Monatsdurchschnitt von rund 86 Auslieferungen für den Rest des Jahres, nach knapp 59 im ersten Halbjahr. Der Juli brachte 67 Auslieferungen.
Warum war der Mittelzufluss negativ
Der Konzern erklärt das mit einem geplanten Aufbau von Lagerbeständen zur Steigerung der Produktion. Wer die Fertigung hochfahren will, muss zuerst Material und Bauteile einkaufen, bevor die fertigen Flugzeuge bezahlt werden. Für das Gesamtjahr hält Airbus an rund 4,5 Milliarden Euro fest.
Wie liefen die Halbjahreszahlen
Der Umsatz stieg um zwölf Prozent auf 33,2 Milliarden Euro, das bereinigte operative Ergebnis um 24 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro. Im zweiten Quartal allein stieg der Umsatz um 28 Prozent auf 20,5 Milliarden Euro und der Nettogewinn um 126 Prozent auf 1,66 Milliarden Euro.
Diese Analyse dient nur der Information und ist keine Anlageberatung.
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