Alphabet ist erstmals im Minus beim Mittelzufluss und verliert sieben Prozent an einem Tag
Alphabet weist erstmals einen negativen Mittelzufluss aus und verliert sieben Prozent an einem Tag. Was der Ausbau der Rechenzentren in der Bilanz anrichtet.

Alphabet hat im zweiten Quartal 2026 erstmals einen negativen Mittelzufluss ausgewiesen. Der Konzern galt über Jahre als besonders ertragsstark. Die langfristigen Schulden stiegen im ersten Halbjahr um 111 Prozent auf 98 Milliarden Dollar.
Auslöser der Entwicklung ist der Ausbau von Rechenzentren. Zusammen mit den Quartalszahlen hob das Unternehmen seine Investitionsprognose für 2026 an, auf bis zu 205 Milliarden Dollar nach einer Anhebung der Obergrenze.
Die Reaktion fiel deutlich aus. Die Aktie verlor am Folgetag sieben Prozent und zog Amazon, Meta und Microsoft mit nach unten.
Das Wichtigste in Kürze
- Alphabet wies im zweiten Quartal 2026 erstmals einen negativen Mittelzufluss aus, die langfristigen Schulden stiegen um 111 Prozent auf 98 Milliarden Dollar.
- Google Cloud wuchs um 82 Prozent, Azure kam auf 43 Prozent und Amazon Web Services auf 37 Prozent.
- Berkshire Hathaway stockte seine Beteiligung um rund 17 Milliarden Dollar auf und hält knapp 106 Millionen Aktien.
Cloudsparte wächst am schnellsten
Dabei liefert das Geschäft die stärksten Wachstumsraten der Gruppe. Google Cloud legte im zweiten Quartal um 82 Prozent zu. Zum Vergleich kamen Azure auf 43 Prozent und Amazon Web Services auf 37 Prozent.
Über zwölf Monate betrachtet ist die Aktie um rund 70 Prozent gestiegen und hatte damit die beste Aufnahme an der Wall Street unter den großen Technologiewerten. Als Gründe galten das schnellere Wachstum der Cloudsparte und die Verbreitung der eigenen Modelle in einem Markt, der von OpenAI und Anthropic geprägt ist.
Nach Einschätzung von Analysten des Hauses Wedbush deutete der Bericht darauf hin, dass die Kapazität bei starker Nachfrage weiterhin knapp ist.
Berkshire steigt für 17 Milliarden Dollar ein
Einen deutlichen Vertrauensbeweis lieferte Berkshire Hathaway. Das Konglomerat stockte seine Beteiligung im zweiten Quartal um rund 17 Milliarden Dollar auf und hält nun knapp 106 Millionen Aktien im Wert von etwa 36,6 Milliarden Dollar.
Alphabet ist damit die dritte größte Position im Aktienportfolio von Berkshire, hinter Apple mit 69,7 Milliarden Dollar und American Express mit 51,9 Milliarden Dollar.
Rund 60 Prozent der neuen Anteile erwarb Berkshire direkt vom Unternehmen über eine Privatplatzierung. Diese folgte auf eine Kapitalerhöhung von Alphabet über 85 Milliarden Dollar, mit der der Konzern seinen Ausbau finanziert.
Warren Buffett hat den Einstieg im Juli für sich beansprucht. Er habe ihn initiiert, sagte er in einem Interview.
Meta verliert acht Prozent an einem Tag
Bei Meta Platforms fiel die Reaktion noch schärfer aus. Die Aktie verlor Ende Juli an einem einzigen Handelstag acht Prozent, während Microsoft am selben Tag 15 Prozent zulegte.
Der Konzern hat seine Investitionsprognose für 2026 zweimal angehoben und liegt nun bei 125 bis 145 Milliarden Dollar, nach etwa 72 Milliarden Dollar im Jahr 2025.
Meta gilt unter Analysten als am günstigsten bewerteter der ganz großen Technologiewerte. Scott Devitt vom Haus Wedbush nannte ein Kursziel von 920 Dollar je Aktie, was einer Bewertung von rund 2,3 Billionen Dollar entspräche.
Für den Konzern ist zudem eine Entscheidung aus Deutschland relevant. Apple muss sein Zustimmungsverfahren für das Verfolgen von Nutzerverhalten nach einem Beschluss des Bundeskartellamts in fast allen EU Ländern ändern. Eine einfachere Zustimmung verbessert den Zugang zu Daten, die für zielgerichtete Werbung genutzt werden, und damit die Grundlage des Meta Geschäftsmodells.
Meta hat das Modell der Restwertgarantien für Rechenzentren eingeführt, das inzwischen auch Broadcom und Nvidia nutzen. In Pflichtmitteilungen heißt es, Zahlungen aus solchen Garantien seien nicht wahrscheinlich, weshalb keine Verbindlichkeit gebucht wurde.
Häufige Fragen
Warum ist der Mittelzufluss von Alphabet negativ
Auslöser ist der Ausbau von Rechenzentren. Zusammen mit den Quartalszahlen hob das Unternehmen seine Investitionsprognose für 2026 auf bis zu 205 Milliarden Dollar an. Die langfristigen Schulden stiegen im ersten Halbjahr um 111 Prozent auf 98 Milliarden Dollar.
Wie schnell wächst Google Cloud im Vergleich
Google Cloud legte im zweiten Quartal um 82 Prozent zu. Zum Vergleich kamen Azure auf 43 Prozent und Amazon Web Services auf 37 Prozent. Damit hat die Sparte die stärksten Wachstumsraten der Gruppe.
Was hat Berkshire Hathaway gekauft
Das Konglomerat stockte seine Beteiligung an Alphabet im zweiten Quartal um rund 17 Milliarden Dollar auf und hält nun knapp 106 Millionen Aktien im Wert von etwa 36,6 Milliarden Dollar. Rund 60 Prozent davon kamen über eine Privatplatzierung direkt vom Unternehmen.
Diese Analyse dient nur der Information und ist keine Anlageberatung.
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