Berkshire kauft Alphabet für 17 Milliarden Dollar und beendet 14 Quartale mit Nettoverkäufen
Berkshire Hathaway hat seine Beteiligung an der Google Mutter Alphabet im zweiten Quartal um rund 17 Milliarden Dollar aufgestockt. Damit ist Alphabet zur dritten größten Position im Aktienportfolio des Konglomerats geworden.

Das Wichtigste in Kürze
- Berkshire Hathaway stockte Alphabet im zweiten Quartal um rund 17 Milliarden Dollar auf und hält nun knapp 106 Millionen Aktien im Wert von etwa 36,6 Milliarden Dollar.
- Mit Nettozukäufen von knapp 20 Milliarden Dollar endete eine Serie von 14 Quartalen, in denen der Konzern per Saldo Aktien verkauft hatte.
- Der Kassenbestand lag zum 30. Juni bei rund 365,5 Milliarden Dollar und damit acht Prozent unter dem Stand von Ende März.
Berkshire Hathaway hat seine Beteiligung an der Google Mutter Alphabet im zweiten Quartal um rund 17 Milliarden Dollar aufgestockt. Damit ist Alphabet zur dritten größten Position im Aktienportfolio des Konglomerats geworden.
Aus der Pflichtmitteilung an die amerikanische Wertpapieraufsicht, veröffentlicht nach Handelsschluss am 14. August, geht hervor, dass Berkshire nun knapp 106 Millionen Aktien der Gattungen A und C hält. Der Marktwert liegt bei etwa 36,6 Milliarden Dollar.
Damit rangiert Alphabet rund 1,5 Milliarden Dollar über Coca Cola mit 35,1 Milliarden Dollar, bleibt aber hinter American Express mit 51,9 Milliarden Dollar und der größten Position Apple mit 69,7 Milliarden Dollar.
60 Prozent kamen direkt vom Unternehmen
Im Quartal kamen 48,1 Millionen Aktien hinzu. Etwa 60 Prozent davon, also rund zehn Milliarden Dollar, erwarb Berkshire direkt von Alphabet über eine Privatplatzierung, die beide Unternehmen Anfang Juni bekannt gegeben hatten. Der Rest von rund sieben Milliarden Dollar wurde über die Börse gekauft.
Die Platzierung folgte auf eine Kapitalerhöhung von Alphabet über 85 Milliarden Dollar im laufenden Jahr, mit der der Konzern seinen Ausbau im Bereich künstlicher Intelligenz finanziert. Diese Emission trug dazu bei, dass das Volumen neu ausgegebener Aktien in den Vereinigten Staaten im ersten Halbjahr 2026 mit 251 Milliarden Dollar einen Rekordwert erreichte.
Erster Nettokauf seit dreieinhalb Jahren
Der Vorgang markiert eine Wende. Mit Nettozukäufen von knapp 20 Milliarden Dollar im zweiten Quartal beendete Berkshire eine Serie von 14 aufeinanderfolgenden Quartalen, in denen der Konzern per Saldo Aktien verkauft hatte.
Das Portfolio wurde dabei konzentrierter. Die fünf größten Positionen stehen für 76,5 Prozent des Bestands, die zehn größten für 88,74 Prozent.
An der Apple Position änderte sich nichts, nachdem sie in den letzten drei Quartalen 2025 verkleinert worden war. Sie bleibt mit einem Anteil von 22 Prozent die größte Einzelposition. Vor Verkäufen im Jahr 2024 hatte Apple über 50 Prozent des börsennotierten Portfolios ausgemacht.
Warren Buffett selbst hatte den Einstieg bei Alphabet im Juli für sich beansprucht. Er habe ihn initiiert, sagte er in einem Interview.
Was verkauft wurde
Berkshire baute Positionen bei Bank of America, Kroger, Capital One, Nucor, Ally Financial und DaVita ab. Bei Capital One waren es rund 4,2 Millionen Aktien, ein Rückgang der Beteiligung um etwa 58 Prozent. Bei Kroger wurden rund elf Millionen Aktien abgegeben, was den Bestand um etwa 22 Prozent verringerte. Die Beteiligung an Constellation Brands wurde vollständig aufgelöst.
Aufgebaut oder erhöht wurden dagegen Delta Air Lines, Lennar, Macys und die New York Times. Bei Delta stieg die Beteiligung um 44 Prozent, ein Einsatz von rund 1,6 Milliarden Dollar, auf 57,3 Millionen Aktien mit einem Wert von etwa 5,1 Milliarden Dollar. Die Fluggesellschaft war erst im ersten Quartal dieses Jahres in das Portfolio zurückgekehrt, nachdem Berkshire seine Luftfahrtbeteiligungen Jahre zuvor mit Verlust verkauft hatte.
Neu hinzu kam der Hausbauer D.R. Horton. Zusätzlich übernahm der Konzern den Bauträger Taylor Morrison für 6,8 Milliarden Dollar und kaufte eigene Aktien für über 4,5 Milliarden Dollar zurück.
Der Kassenbestand lag zum 30. Juni bei rund 365,5 Milliarden Dollar und damit acht Prozent unter dem Stand von Ende März.
Beobachter lesen die Bewegungen als Zeichen, dass der neue Vorstandschef Greg Abel das Portfolio stärker in Richtung Technologie und Wachstum ausrichtet. Da die Mitteilung keine ausländischen Beteiligungen enthält, bleibt ein Teil des Bestands darin unsichtbar.
Häufige Fragen
Wie groß ist die Alphabet Position von Berkshire jetzt
Berkshire Hathaway hält nach der Pflichtmitteilung vom 14. August knapp 106 Millionen Alphabet Aktien der Gattungen A und C. Der Marktwert liegt bei etwa 36,6 Milliarden Dollar. Damit ist Alphabet die dritte größte Position im Aktienportfolio, hinter American Express mit 51,9 Milliarden Dollar und Apple mit 69,7 Milliarden Dollar.
Warum ist der Einstieg bei Alphabet eine Wende
Berkshire kaufte im zweiten Quartal netto für knapp 20 Milliarden Dollar Aktien zu. Davor hatte der Konzern 14 Quartale in Folge per Saldo verkauft. Der Alphabet Kauf über rund 17 Milliarden Dollar ist der größte Einzelposten dieser Kehrtwende.
Wie hat Berkshire die Alphabet Aktien erworben
Von den 48,1 Millionen im Quartal hinzugekommenen Aktien stammen rund 60 Prozent oder etwa zehn Milliarden Dollar aus einer Privatplatzierung direkt bei Alphabet, die Anfang Juni bekannt gegeben wurde. Die restlichen rund sieben Milliarden Dollar kaufte Berkshire über die Börse. Alphabet finanziert damit unter anderem seinen Ausbau bei künstlicher Intelligenz.
Wie viel Bargeld hält Berkshire noch
Der Kassenbestand betrug zum 30. Juni rund 365,5 Milliarden Dollar. Das sind acht Prozent weniger als Ende März. Neben den Aktienkäufen flossen 6,8 Milliarden Dollar in die Übernahme des Bauträgers Taylor Morrison und über 4,5 Milliarden Dollar in eigene Aktien.
Diese Analyse dient nur der Information und ist keine Anlageberatung.
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