Berkshire kauft nach 14 Quartalen wieder zu und hält 365 Milliarden Dollar in bar
Berkshire kauft nach 14 Quartalen wieder netto zu und hält 365 Milliarden Dollar in bar. Was verkauft wurde und wie konzentriert das Portfolio jetzt ist.

Berkshire Hathaway hat im zweiten Quartal 2026 per Saldo Aktien für knapp 20 Milliarden Dollar zugekauft. Damit endet eine Serie von 14 aufeinanderfolgenden Quartalen, in denen das Konglomerat mehr verkauft als gekauft hatte.
Der Kassenbestand lag zum 30. Juni bei rund 365,5 Milliarden Dollar und damit acht Prozent unter dem Stand von Ende März.
Die Angaben stammen aus der Pflichtmitteilung an die amerikanische Wertpapieraufsicht, die nach Handelsschluss am 14. August veröffentlicht wurde.
Das Wichtigste in Kürze
- Berkshire kaufte im zweiten Quartal 2026 per Saldo Aktien für knapp 20 Milliarden Dollar und beendete damit 14 Quartale mit Nettoverkäufen.
- Der Kassenbestand lag zum 30. Juni bei rund 365,5 Milliarden Dollar und damit acht Prozent unter dem Stand von Ende März.
- Die fünf größten Positionen stehen für 76,5 Prozent des Bestands, die zehn größten für 88,74 Prozent.
Alphabet steigt auf Platz drei
Der größte Einzelposten war der Ausbau der Beteiligung an Alphabet um rund 17 Milliarden Dollar. Berkshire hält nun knapp 106 Millionen Aktien der Gattungen A und C mit einem Marktwert von etwa 36,6 Milliarden Dollar.
Damit liegt Alphabet rund 1,5 Milliarden Dollar vor Coca Cola mit 35,1 Milliarden Dollar und rangiert hinter American Express mit 51,9 Milliarden Dollar sowie Apple mit 69,7 Milliarden Dollar.
Im Quartal kamen 48,1 Millionen Aktien hinzu. Rund 60 Prozent davon, also etwa zehn Milliarden Dollar, erwarb Berkshire direkt vom Unternehmen über eine Privatplatzierung. Der Rest von rund sieben Milliarden Dollar lief über die Börse.
Warren Buffett hat den Einstieg im Juli für sich beansprucht. Er habe ihn initiiert, sagte er in einem Interview.
Portfolio wird konzentrierter
Die fünf größten Positionen stehen inzwischen für 76,5 Prozent des Bestands, die zehn größten für 88,74 Prozent.
An der Apple Position änderte sich nichts, nachdem sie in den letzten drei Quartalen 2025 verkleinert worden war. Mit einem Anteil von 22 Prozent bleibt sie die größte Einzelposition. Vor den Verkäufen im Jahr 2024 hatte Apple über 50 Prozent des börsennotierten Portfolios ausgemacht.
Abgebaut wurden Positionen bei Bank of America, Kroger, Capital One, Nucor, Ally Financial und DaVita. Bei Capital One waren es rund 4,2 Millionen Aktien, ein Rückgang um etwa 58 Prozent. Bei Kroger wurden rund elf Millionen Aktien abgegeben, was den Bestand um etwa 22 Prozent verringerte. Die Beteiligung an Constellation Brands wurde vollständig aufgelöst.
Rückkehr zu Delta Air Lines
Aufgebaut oder erhöht wurden dagegen Delta Air Lines, Lennar, Macys und die New York Times.
Bei Delta stieg die Beteiligung um 44 Prozent, ein Einsatz von rund 1,6 Milliarden Dollar, auf 57,3 Millionen Aktien mit einem Wert von etwa 5,1 Milliarden Dollar. Bemerkenswert ist dabei die Vorgeschichte. Berkshire hatte seine Luftfahrtbeteiligungen Jahre zuvor mit Verlust verkauft. Die Fluggesellschaft war erst im ersten Quartal dieses Jahres in das Portfolio zurückgekehrt.
Neu hinzu kam der Hausbauer D. R. Horton. Zusätzlich übernahm Berkshire den Bauträger Taylor Morrison für 6,8 Milliarden Dollar und kaufte eigene Aktien für über 4,5 Milliarden Dollar zurück.
Coca Cola bleibt der Klassiker
Die Beteiligung an Coca Cola veranschaulicht, warum solche Positionen über Jahrzehnte gehalten werden. Berkshire kaufte ab 1988 Aktien für insgesamt rund 1,3 Milliarden Dollar und hält 400 Millionen Stück, was rund 9,3 Prozent der ausstehenden Aktien entspricht.
Die jährlichen Dividendenzahlungen belaufen sich inzwischen auf etwa 848 Millionen Dollar. Das entspricht rund 65 Prozent des ursprünglichen Kaufpreises pro Jahr. Im Jahr 1988 lag dieser Betrag bei etwa 30 Millionen Dollar.
Beobachter lesen die Bewegungen des Quartals als Zeichen, dass der neue Vorstandschef Greg Abel das Portfolio stärker in Richtung Technologie und Wachstum ausrichtet. Da die Mitteilung keine ausländischen Beteiligungen enthält, bleibt ein Teil des Bestands darin unsichtbar.
Häufige Fragen
Wie hoch ist der Kassenbestand von Berkshire
Zum 30. Juni lag er bei rund 365,5 Milliarden Dollar und damit acht Prozent unter dem Stand von Ende März. Im zweiten Quartal kaufte das Konglomerat per Saldo Aktien für knapp 20 Milliarden Dollar.
Welche Positionen wurden abgebaut
Abgebaut wurden Bank of America, Kroger, Capital One, Nucor, Ally Financial und DaVita. Bei Capital One waren es rund 4,2 Millionen Aktien, ein Rückgang um etwa 58 Prozent. Bei Kroger wurden rund elf Millionen Aktien abgegeben. Die Beteiligung an Constellation Brands wurde vollständig aufgelöst.
Warum ist Coca Cola der Klassiker im Portfolio
Berkshire kaufte ab 1988 Aktien für insgesamt rund 1,3 Milliarden Dollar und hält 400 Millionen Stück. Die jährlichen Dividendenzahlungen belaufen sich inzwischen auf etwa 848 Millionen Dollar, also rund 65 Prozent des ursprünglichen Kaufpreises pro Jahr.
Diese Analyse dient nur der Information und ist keine Anlageberatung.
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