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Hims and Hers wächst um 38 Prozent und verfehlt den Gewinn um das Siebenfache

Hims and Hers wächst um 38 Prozent und verfehlt den Gewinn deutlich. Warum die Abnehmpräparate die Marge kosten und Analysten trotzdem Kursziele anheben.

Hims and Hers wächst um 38 Prozent und verfehlt den Gewinn um das Siebenfache
Foto: Towfiqu barbhuiya auf Unsplash

Hims and Hers Health hat im zweiten Quartal 2026 einen Umsatz von rund 753 Millionen Dollar erzielt, ein Plus von 38 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Verlust je Aktie lag bei 37 Cent. Analysten hatten mit nur fünf Cent gerechnet. Im Vorjahresquartal hatte das Unternehmen noch 17 Cent verdient.

Die Aktie fiel im vorbörslichen Handel um mehr als sieben Prozent, erholte sich anschließend aber teilweise.

Die Zahl der Abonnenten stieg um 19 Prozent auf knapp 2,9 Millionen. Das bereinigte Betriebsergebnis vor Abschreibungen erreichte 60 Millionen Dollar.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Umsatz stieg im zweiten Quartal 2026 um 38 Prozent auf rund 753 Millionen Dollar, der Verlust je Aktie lag bei 37 Cent gegenüber erwarteten fünf Cent.
  • Die Zahl der Abonnenten wuchs um 19 Prozent auf knapp 2,9 Millionen.
  • Die Umsatzprognose für 2026 wurde auf 3,1 bis 3,3 Milliarden Dollar angehoben, nach 2,8 bis 3,0 Milliarden im Mai.

Prognose gleich zweimal angehoben

Trotz des Fehlbetrags hat der Konzern seine Erwartungen erhöht. Die Umsatzprognose für 2026 liegt nun bei 3,1 bis 3,3 Milliarden Dollar. Beim bereinigten Betriebsergebnis vor Abschreibungen werden 275 bis 325 Millionen Dollar erwartet.

Im Mai hatte die Spanne noch bei 2,8 bis 3,0 Milliarden Dollar gelegen.

Der Vergleich der beiden Quartale zeigt eine bemerkenswerte Beschleunigung. Im ersten Quartal war der Umsatz mit rund 608 Millionen Dollar nur um vier Prozent gewachsen, die Abonnentenzahl um neun Prozent auf knapp 2,6 Millionen. Drei Monate später sind es 38 beziehungsweise 19 Prozent.

Mitgründer und Vorstandschef Andrew Dudum erklärte, das Unternehmen liefere eine Gesundheitserfahrung auf Weltklasseniveau zu einem angemessenen Preis für knapp drei Millionen Menschen. Es beweise Quartal für Quartal, dass gutes Befinden und starke Ergebnisse einander nicht ausschlössen.

Abnehmpräparate kosten die Marge

Die Ursache des Verlusts liegt bei den Präparaten gegen Übergewicht. Der Konzern hat in Markenprodukte aus dieser Substanzklasse investiert, was die Bruttomarge belastet hat.

Der Mechanismus ist einfach. Ein Anbieter, der ein Markenmedikament einkauft und weiterverkauft, verdient daran deutlich weniger als an eigenen Angeboten oder an nachgebauten Präparaten. Wächst dieser Bereich schnell, sinkt die Gesamtmarge, obwohl der Umsatz steigt.

Genau diese Verschiebung im Produktmix nennt das Unternehmen als Grund. Als Gegengewicht verweist es auf betriebliche Verbesserungen und auf die Größe des internationalen Geschäfts.

Neben dem Abnehmbereich nennt der Konzern Angebote im Bereich Testosteron als Wachstumstreiber sowie den Einsatz künstlicher Intelligenz in der Betreuung.

Analysten heben Ziele an, bleiben aber uneins

Die Reaktion der Analysten fiel ungewöhnlich aus. Trotz des verfehlten Ergebnisses hoben mehrere Häuser ihre Kursziele an.

Morgan Stanley erhöhte von 21 auf 28 Dollar, TD Cowen von 25 auf 30 Dollar, die Deutsche Bank von 25 auf 26 Dollar. Bereits vor den Zahlen hatte Canaccord Genuity von 32 auf 40 Dollar angehoben und Barclays von 29 auf 39 Dollar. Die Bank of America blieb neutral und hob ihr Ziel von 36 auf 37 Dollar an.

JPMorgan hatte im Mai in die andere Richtung angepasst und von 35 auf 33 Dollar gesenkt.

Die Aktie hatte am Freitag vor den Zahlen bei 31,59 Dollar geschlossen, ein Plus von 6,5 Prozent.

Peptide und eine Untersuchung des Verwaltungsrats

Zwei weitere Punkte beschäftigen den Markt. Das Unternehmen plant, 2026 bestimmte rechtlich zulässige Peptide anzubieten. Investoren und Analysten äußerten gegenüber Reuters allerdings Zweifel an den erzielbaren Umsätzen.

Hintergrund ist eine Entscheidung vom 23. Juli. Ein Beratungsgremium der amerikanischen Arzneimittelbehörde stimmte dafür, ein bestimmtes Peptid auf eine Liste zu setzen, die die Herstellung in Apotheken erlaubt.

Am 12. August kündigte zudem eine amerikanische Kanzlei eine Untersuchung des Verwaltungsrats an. Solche Ankündigungen sind nach Kursverlusten in den Vereinigten Staaten verbreitet und bedeuten für sich genommen noch kein Verfahren.

Die nächsten Zahlen werden für den 2. November erwartet. Analysten rechnen dann wieder mit einem Gewinn von acht Cent je Aktie.

Häufige Fragen

Warum ist der Verlust so hoch ausgefallen

Die Ursache liegt bei den Präparaten gegen Übergewicht. Der Konzern hat in Markenprodukte aus dieser Substanzklasse investiert, was die Bruttomarge belastet hat. Ein Anbieter, der ein Markenmedikament einkauft und weiterverkauft, verdient daran deutlich weniger als an eigenen oder nachgebauten Präparaten.

Warum heben Analysten trotzdem ihre Kursziele an

Weil die Prognose angehoben wurde. Morgan Stanley erhöhte von 21 auf 28 Dollar, TD Cowen von 25 auf 30 Dollar, die Deutsche Bank von 25 auf 26 Dollar. Bereits vor den Zahlen hatte Canaccord Genuity von 32 auf 40 Dollar angehoben und Barclays von 29 auf 39 Dollar.

Was hat es mit den Peptiden auf sich

Das Unternehmen plant, 2026 bestimmte rechtlich zulässige Peptide anzubieten. Hintergrund ist eine Entscheidung vom 23. Juli, bei der ein Beratungsgremium der amerikanischen Arzneimittelbehörde dafür stimmte, ein bestimmtes Peptid auf eine Liste zu setzen, die die Herstellung in Apotheken erlaubt.

Diese Analyse dient nur der Information und ist keine Anlageberatung.

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