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Pfizer übertrifft die Erwartungen und weist trotzdem einen Verlust je Aktie aus

Pfizer übertrifft die Erwartungen und weist trotzdem einen Verlust je Aktie aus. Warum Abschreibungen von 4,3 Milliarden Dollar dahinterstehen.

Pfizer übertrifft die Erwartungen und weist trotzdem einen Verlust je Aktie aus
Foto: National Cancer Institute auf Unsplash

Pfizer hat im zweiten Quartal 2026 einen Umsatz von 15,03 Milliarden Dollar erzielt und damit die Erwartungen von 14,4 Milliarden Dollar deutlich übertroffen. Das bereinigte Ergebnis lag bei 77 Cent je Aktie gegenüber einer Schätzung von 68 Cent.

Nach den vollständigen Rechnungslegungsvorschriften wies der Konzern dagegen einen Verlust von vier Cent je Aktie aus. Grund sind Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 4,3 Milliarden Dollar, denen kein Geldabfluss gegenübersteht.

Solche Abschreibungen entstehen, wenn ein Unternehmen feststellt, dass zugekaufte Rechte oder Wirkstoffe weniger wert sind als beim Erwerb angenommen. Der Verlust erscheint in der Gewinnrechnung, das Geld ist jedoch bereits in früheren Jahren geflossen.

Die Zahlen wurden am 4. August veröffentlicht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Umsatz lag im zweiten Quartal 2026 bei 15,03 Milliarden Dollar, das bereinigte Ergebnis bei 77 Cent je Aktie gegenüber einer Schätzung von 68 Cent.
  • Nach den vollständigen Rechnungslegungsvorschriften stand ein Verlust von vier Cent je Aktie, Grund sind Abschreibungen von 4,3 Milliarden Dollar.
  • Die Mitte der Umsatzprognose für 2026 wurde um 500 Millionen Dollar angehoben, auf 60,5 bis 62,5 Milliarden Dollar.

Prognose um 500 Millionen Dollar angehoben

Der Konzern hob die Mitte seiner Umsatzprognose für 2026 um 500 Millionen Dollar an. Erwartet werden nun 60,5 bis 62,5 Milliarden Dollar, nach zuvor 59,5 bis 62,5 Milliarden.

Angehoben wurde damit die untere Grenze, nicht die obere. Die Prognose für das bereinigte Ergebnis je Aktie bleibt bei rund 2,90 Dollar in der Mitte.

Hinter der Anhebung stehen zwei gegenläufige Bewegungen. Aus dem Geschäft außerhalb der Coronapräparate kommen rund 1,5 Milliarden Dollar zusätzlich. Gleichzeitig senkte Pfizer seine Erwartung für die Coronabehandlungen auf etwa vier Milliarden Dollar, nach zuvor rund fünf Milliarden.

Coronageschäft bricht weiter weg

Die Einzelwerte zeigen, wie schnell dieser Rückgang verläuft. Das Coronamedikament Paxlovid fiel operativ um 95 Prozent, der Impfstoff Comirnaty um 34 Prozent. Als Grund nennt der Konzern niedrigere Infektionszahlen.

Rechnet man beide Produkte heraus, wuchsen die Erlöse operativ um fünf Prozent. Die neu eingeführten und zugekauften Produkte legten um 18 Prozent zu.

Aus dem Krebsgeschäft nennt Pfizer das Präparat Lorbrena mit einem operativen Wachstum von 37 Prozent. Die Produktfamilie Vyndaqel wuchs um acht Prozent.

Damit steht der Konzern vor einer Aufgabe, die seit einigen Jahren seine Bewertung bestimmt. Der außergewöhnliche Ertrag aus der Pandemiezeit muss durch neues Geschäft ersetzt werden.

Weitere 2,5 Milliarden Dollar Einsparungen

Parallel wurde das Sparprogramm ausgeweitet. Zwischen 2027 und 2029 sollen zusätzlich 2,5 Milliarden Dollar netto eingespart werden. Eine Milliarde entfällt auf das laufende Programm zur Kostenanpassung, 1,5 Milliarden auf die nächste Stufe der Fertigungsoptimierung.

In den ersten sechs Monaten investierte der Konzern 5,3 Milliarden Dollar in eigene Forschung und Entwicklung sowie rund 170 Millionen Dollar in Zukäufe.

Aktienrückkäufe fanden 2026 bislang nicht statt. Die verbleibende Ermächtigung beträgt 3,3 Milliarden Dollar, geplant sind für dieses Jahr keine Rückkäufe.

Übergewicht und Krebs als Hoffnungsträger

Vorstandschef Albert Bourla verwies auf zwei Bereiche. Das Programm gegen Übergewicht komme mit spürbarem Schwung voran, das Krebsgeschäft bleibe eine Stärke.

Der Markt für Präparate gegen Übergewicht wird bis 2030 auf rund 100 Milliarden Dollar geschätzt. Dominiert wird er derzeit von Eli Lilly, das im ersten Quartal 2026 allein mit zwei Produkten rund 12,8 Milliarden Dollar umsetzte und dessen Marktwert bei rund 1,16 Billionen Dollar liegt.

Für die kommenden zwölf Monate kündigt Pfizer mehrere entscheidende Studienergebnisse aus der Spätphase an. Am 10. Juli wurde zudem eine Transaktion mit dem chinesischen Unternehmen Innovent Biologics abgeschlossen, die das bereinigte Ergebnis je Aktie um rund zehn Cent belastet.

Die Zahl der Aktien lag bei 5.699 Millionen im Grundbestand und 5.734 Millionen verwässert.

Häufige Fragen

Warum steht ein Verlust in der Bilanz

Grund sind Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 4,3 Milliarden Dollar, denen kein Geldabfluss gegenübersteht. Solche Abschreibungen entstehen, wenn ein Unternehmen feststellt, dass zugekaufte Rechte oder Wirkstoffe weniger wert sind als beim Erwerb angenommen.

Wie schnell schrumpft das Coronageschäft

Das Coronamedikament Paxlovid fiel operativ um 95 Prozent, der Impfstoff Comirnaty um 34 Prozent. Rechnet man beide Produkte heraus, wuchsen die Erlöse operativ um fünf Prozent, und die neu eingeführten und zugekauften Produkte legten um 18 Prozent zu.

Welche Sparmaßnahmen sind geplant

Zwischen 2027 und 2029 sollen zusätzlich 2,5 Milliarden Dollar netto eingespart werden. Eine Milliarde entfällt auf das laufende Programm zur Kostenanpassung, 1,5 Milliarden auf die nächste Stufe der Fertigungsoptimierung.

Diese Analyse dient nur der Information und ist keine Anlageberatung.

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