StockLife
Tarife ansehen
Alle Analysen

Unternehmen· 4 Min. Lesezeit

Realty Income erhöht die Dividende zum 115. Mal in Folge und steigt in Rechenzentren ein

Realty Income erhöht die Dividende zum 115. Mal in Folge und startet ein Gemeinschaftsunternehmen für Rechenzentren über sechs Milliarden Dollar.

Realty Income erhöht die Dividende zum 115. Mal in Folge und steigt in Rechenzentren ein
Foto: Bibi Pace auf Unsplash

Realty Income hat im zweiten Quartal 2026 seine Quartalsdividende zum 115. Mal in Folge angehoben. Die Ausschüttungen im Quartal betrugen 0,8115 Dollar je Aktie, was 74,5 Prozent des bereinigten Mittelzuflusses entspricht. Auf das Jahr gerechnet lag die Dividende zum 30. Juni bei 3,252 Dollar je Aktie.

Der Immobilienfonds hat seine Ausschüttung seit 31 Jahren in Folge gesteigert.

Der Umsatz stieg um 9,7 Prozent auf 1,55 Milliarden Dollar und übertraf die Erwartungen um mehr als sieben Prozent. Der bereinigte Mittelzufluss je Aktie legte um 3,8 Prozent auf 1,09 Dollar zu.

Das ausgewiesene Ergebnis je Aktie lag mit 37 Cent unter der Schätzung von 42 Cent. Der Nettogewinn stieg dennoch deutlich, von 196,9 auf 344,0 Millionen Dollar.

Das Wichtigste in Kürze

  • Realty Income hat seine Quartalsdividende zum 115. Mal in Folge angehoben, die Ausschüttungen im Quartal betrugen 0,8115 Dollar je Aktie.
  • Der Umsatz stieg um 9,7 Prozent auf 1,55 Milliarden Dollar, der bereinigte Mittelzufluss je Aktie um 3,8 Prozent auf 1,09 Dollar.
  • Ein Gemeinschaftsunternehmen mit Cloud Capital über sechs Milliarden Dollar für Rechenzentren wurde gestartet.

Warum bei Immobilienfonds eine andere Kennzahl zählt

Bei dieser Anlageklasse ist der ausgewiesene Gewinn wenig aussagekräftig. Grund sind die Abschreibungen auf Gebäude, die buchhalterisch anfallen, ohne dass Geld abfließt.

Deshalb verwenden Immobilienfonds den Mittelzufluss aus dem operativen Geschäft als zentrale Größe. Dabei werden Abschreibungen herausgerechnet sowie Wertberichtigungen und Gewinne aus Immobilienverkäufen bereinigt.

Im zweiten Quartal enthielt das ausgewiesene Ergebnis unter anderem Wertberichtigungen von 54,2 Millionen Dollar und einen Gewinn aus Verkäufen von 38,3 Millionen Dollar.

Prognose angehoben

Für 2026 erwartet der Konzern nun einen bereinigten Mittelzufluss von 4,44 bis 4,45 Dollar je Aktie, nach zuvor 4,41 bis 4,44 Dollar. Das entspricht rund vier Prozent Wachstum in der Mitte.

Das Investitionsziel wurde von 9,5 auf 10,0 Milliarden Dollar angehoben. Rund neun Milliarden davon sollen in der eigenen Bilanz verbleiben.

Beim ausgewiesenen Ergebnis je Aktie wurde die Erwartung dagegen leicht auf 1,59 bis 1,60 Dollar gesenkt. Die Vermietungsquote soll bei rund 98,5 Prozent liegen, das Mietwachstum im Bestand bei 1,1 bis 1,3 Prozent.

Sechs Milliarden Dollar für Rechenzentren

Der auffälligste Vorgang des Quartals betrifft ein neues Geschäftsfeld. Realty Income hat ein Gemeinschaftsunternehmen mit einem Volumen von sechs Milliarden Dollar für Rechenzentren gestartet, gemeinsam mit Cloud Capital.

Damit tritt ein Anbieter, der seit Jahrzehnten überwiegend Einzelhandelsflächen vermietet, in den Markt für Anlagen ein, die den Ausbau der künstlichen Intelligenz tragen.

Im Quartal investierte der Konzern rund 2,6 Milliarden Dollar bei einer anfänglichen Anfangsrendite von 7,3 Prozent. Etwa 65 Prozent davon entfielen auf Industrieimmobilien. In Europa wurden rund 400 Millionen Dollar bei sieben Prozent Rendite angelegt.

Verkauft wurden Objekte für 161 Millionen Dollar.

Weniger Abhängigkeit vom Aktienmarkt

Ein Punkt, den das Management hervorhebt, betrifft die Finanzierung. Nur 18 Prozent des Investitionsvolumens wurden in diesem Jahr über die Ausgabe neuer Aktien finanziert.

Das ist für einen Immobilienfonds bemerkenswert. Solche Gesellschaften schütten den größten Teil ihres Ertrags aus und finanzieren Zukäufe deshalb häufig über neue Aktien, was bestehende Anteile verwässert. Der Ausbau des Geschäfts mit privaten Kapitalpartnern verringert diese Abhängigkeit und erzeugt zusätzlich Gebühreneinnahmen.

Die verfügbare Liquidität lag nach Finanzierungsmaßnahmen bei über 5,7 Milliarden Dollar. Das Verhältnis der Nettoverschuldung zum Betriebsergebnis vor Abschreibungen betrug 5,4.

Im Juli begab der Konzern Anleihen über 600 Millionen Euro mit einem Zins von 3,625 Prozent und Fälligkeit 2032. Fitch nahm die Bewertung mit einer Note von A und stabilem Ausblick auf. Damit gehört Realty Income zu den wenigen amerikanischen Immobilienfonds mit dieser Einstufung.

Die Vermietungsquote lag bei 98,8 Prozent über 15.588 Objekte. Bei Neuvermietungen wurden 102,7 Prozent der bisherigen Miete erzielt, bei Industrieobjekten 105,8 Prozent und international 112,9 Prozent. Der Anteil der Mieter mit guter Bonität stieg von 32 auf 34 Prozent der Jahresmiete.

Häufige Fragen

Warum zählt bei Immobilienfonds eine andere Kennzahl

Bei dieser Anlageklasse ist der ausgewiesene Gewinn wenig aussagekräftig, weil Abschreibungen auf Gebäude buchhalterisch anfallen, ohne dass Geld abfließt. Deshalb verwenden Immobilienfonds den Mittelzufluss aus dem operativen Geschäft als zentrale Größe.

Was bedeutet der Einstieg in Rechenzentren

Realty Income hat ein Gemeinschaftsunternehmen mit einem Volumen von sechs Milliarden Dollar für Rechenzentren gestartet, gemeinsam mit Cloud Capital. Damit tritt ein Anbieter, der seit Jahrzehnten überwiegend Einzelhandelsflächen vermietet, in den Markt für Anlagen ein, die den Ausbau der künstlichen Intelligenz tragen.

Warum ist die Finanzierung ohne neue Aktien wichtig

Nur 18 Prozent des Investitionsvolumens wurden in diesem Jahr über die Ausgabe neuer Aktien finanziert. Solche Gesellschaften schütten den größten Teil ihres Ertrags aus und finanzieren Zukäufe deshalb häufig über neue Aktien, was bestehende Anteile verwässert.

Diese Analyse dient nur der Information und ist keine Anlageberatung.

Weitere Analysen

Alle Analysen

↑↓ zum Bewegen↵ zum Öffnenesc zum Schließen