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ServiceNow übertrifft alle Ziele und die Aktie fällt trotzdem um 6,5 Prozent

ServiceNow übertrifft alle Ziele und die Aktie fällt trotzdem um 6,5 Prozent. Warum die Marge und nicht das Wachstum den Ausschlag gibt.

ServiceNow übertrifft alle Ziele und die Aktie fällt trotzdem um 6,5 Prozent
Foto: Chris Ried auf Unsplash

ServiceNow hat im zweiten Quartal 2026 jede einzelne Vorgabe übertroffen. Die Abonnementerlöse stiegen um 24,5 Prozent auf 3,877 Milliarden Dollar, währungsbereinigt um 23 Prozent und damit 1,5 Prozentpunkte über der oberen Grenze der eigenen Prognose.

Der Gesamtumsatz erreichte 3,987 Milliarden Dollar, ein Plus von 24 Prozent. Das bereinigte Ergebnis lag bei 90 Cent je Aktie gegenüber einer Schätzung von 86 Cent. Die bereinigte operative Marge betrug 29,5 Prozent und lag damit drei Prozentpunkte über der Vorgabe.

Trotzdem fiel die Aktie zunächst um 6,47 Prozent auf 95,46 Dollar, bevor sie sich nachbörslich um 4,75 Prozent auf 99,99 Dollar erholte.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Abonnementerlöse stiegen im zweiten Quartal 2026 um 24,5 Prozent auf 3,877 Milliarden Dollar, währungsbereinigt um 23 Prozent.
  • Die Aktie fiel zunächst um 6,47 Prozent auf 95,46 Dollar, bevor sie sich nachbörslich um 4,75 Prozent erholte.
  • Der jährliche Vertragswert aus den KI Angeboten überschritt im Quartal erstmals eine Milliarde Dollar.

Die Marge ist der Grund

Der Auslöser für die Kursreaktion steht in der Prognose. Die Vorgabe für die Bruttomarge im Abonnementgeschäft liegt bei 81 Prozent, die operative Marge bei 31,5 Prozent für das Gesamtjahr.

Als Gründe für den Druck nennt der Konzern zwei Punkte. Immer mehr Kunden nutzen die Rechenkapazität großer Cloudanbieter statt der eigenen Infrastruktur. Und die Nutzung der eigenen Programme für künstliche Intelligenz beschleunigt sich schneller als erwartet.

Beides kostet Marge. Wer Rechenleistung bei einem Dritten einkauft, gibt einen Teil des Erlöses ab. Und Programme, die eigenständig Aufgaben ausführen, verbrauchen erheblich mehr Rechenzeit als klassische Software.

Damit steht ServiceNow vor demselben Zielkonflikt wie andere Anbieter von Unternehmenssoftware. Die neuen Funktionen treiben das Wachstum und drücken gleichzeitig die Marge.

Eine Milliarde Dollar aus KI Verträgen

Der auffälligste Einzelwert betrifft genau diesen Bereich. Der jährliche Vertragswert aus den KI Angeboten überschritt im Quartal erstmals eine Milliarde Dollar. Der Zuwachs bei neuen Verträgen lag über 40 Prozent gegenüber dem Vorquartal.

Die Zahl der Kunden, die solche Programme im laufenden Betrieb einsetzen, hat sich nach Angaben von Vorstandschef Bill McDermott innerhalb von neun Monaten verneunfacht.

Die Verlängerungsquote lag bei 98 Prozent. Der noch nicht erbrachte Auftragsbestand betrug 29,0 Milliarden Dollar, der innerhalb von zwölf Monaten fällige Teil 13,20 Milliarden Dollar.

Diese Kombination beschreibt eine sehr hohe Planungssicherheit. Bei 98 Prozent Verlängerung und 29 Milliarden Dollar Bestand steht ein großer Teil der künftigen Erlöse bereits fest.

Großkunden schreiben größere Schecks

Im Quartal gab es 123 Abschlüsse mit über einer Million Dollar an neuem Jahresvertragswert, ein Zuwachs von fast 40 Prozent. Die Zahl der Kunden mit über fünf Millionen Dollar Jahresvertragswert stieg auf 658.

Das Unternehmen zählt rund 8.800 Kunden weltweit, darunter etwa 90 Prozent der 500 größten amerikanischen Konzerne.

Prognose nur leicht angehoben

Für das Gesamtjahr 2026 erwartet ServiceNow nun Abonnementerlöse von 15,760 bis 15,780 Milliarden Dollar, was 21 Prozent währungsbereinigtem Wachstum entspricht. Der Mittelwert stieg damit nur geringfügig.

Diese Zurückhaltung fällt auf, weil das Quartal deutlich über den Erwartungen lag. Ein Teil der Erklärung liegt bei einer zeitlichen Verschiebung. Starke Nachfrage von amerikanischen Bundesbehörden zog Erlöse aus dem dritten in das zweite Quartal vor.

Hinzu kommt der Wechselkurs. Seit dem 31. März hat sich der Dollar verstärkt, woraus für das dritte Quartal ein erwarteter Gegenwind von rund 35 Millionen Dollar auf den kurzfristigen Auftragsbestand entsteht. Im zweiten Quartal hatte die Währung noch leicht geholfen.

Für das dritte Quartal werden Abonnementerlöse von 3,975 bis 3,980 Milliarden Dollar erwartet, bei einer operativen Marge von 31 Prozent. Die Marge beim freien Mittelzufluss lag im zweiten Quartal bei 16 Prozent, für das Gesamtjahr werden 35 Prozent angepeilt.

Häufige Fragen

Warum fiel die Aktie trotz übertroffener Ziele

Der Auslöser steht in der Prognose. Die Vorgabe für die Bruttomarge im Abonnementgeschäft liegt bei 81 Prozent, die operative Marge bei 31,5 Prozent für das Gesamtjahr. Als Gründe nennt der Konzern die Nutzung fremder Cloudkapazität und die schneller als erwartet steigende Nutzung der eigenen KI Programme.

Wie groß ist das Geschäft mit künstlicher Intelligenz

Der jährliche Vertragswert aus den KI Angeboten überschritt im Quartal erstmals eine Milliarde Dollar. Der Zuwachs bei neuen Verträgen lag über 40 Prozent gegenüber dem Vorquartal, und die Zahl der Kunden mit solchen Programmen im laufenden Betrieb hat sich in neun Monaten verneunfacht.

Warum wurde die Jahresprognose nur leicht angehoben

Ein Teil der Erklärung liegt bei einer zeitlichen Verschiebung. Starke Nachfrage von amerikanischen Bundesbehörden zog Erlöse aus dem dritten in das zweite Quartal vor. Hinzu kommt ein erwarteter Währungsgegenwind von rund 35 Millionen Dollar auf den kurzfristigen Auftragsbestand.

Diese Analyse dient nur der Information und ist keine Anlageberatung.

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