Spotify erreicht 300 Millionen zahlende Abonnenten und die Aktie fällt trotzdem
Spotify überschreitet 300 Millionen zahlende Abonnenten und die Aktie fällt trotzdem. Warum die Lizenzkosten die Marge steigen lassen.

Spotify hat im zweiten Quartal 2026 erstmals die Marke von 300 Millionen zahlenden Abonnenten überschritten. Im Quartal kamen sieben Millionen hinzu, eine Million mehr als vom Unternehmen selbst erwartet. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Zuwachs von neun Prozent.
Trotzdem gab die Aktie am 4. August um 1,68 Prozent auf 478,17 Dollar nach. Vorbörslich hatte der Rückgang bei rund vier bis fünf Prozent gelegen. Seit Jahresbeginn liegt das Papier etwa 16 bis 18 Prozent im Minus.
Der Grund liegt im Ausblick. Für das dritte Quartal erwartet Spotify 788 Millionen monatlich aktive Nutzer und ein operatives Ergebnis von 670 Millionen Euro. Beide Werte blieben unter den Schätzungen.
Das Wichtigste in Kürze
- Spotify überschritt im zweiten Quartal 2026 erstmals 300 Millionen zahlende Abonnenten, im Quartal kamen sieben Millionen hinzu.
- Die Aktie gab am 4. August um 1,68 Prozent auf 478,17 Dollar nach, weil der Ausblick unter den Schätzungen blieb.
- Die Bruttomarge erreichte mit 33,4 Prozent einen Höchststand, das operative Ergebnis stieg um 61 Prozent auf 655 Millionen Euro.
Rekordmarge und erster Gewinnsprung
Die Zahlen des Quartals selbst fielen stark aus. Der Umsatz stieg um 14 Prozent auf 4,777 Milliarden Euro, währungsbereinigt um 15 Prozent, und lag damit im Rahmen der eigenen Prognose.
Die Bruttomarge erreichte mit 33,4 Prozent einen Höchststand und übertraf die Vorgabe von 33,1 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr stieg sie um 193 Basispunkte.
Das operative Ergebnis erreichte 655 Millionen Euro und lag damit über der Vorgabe von 630 Millionen. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Anstieg von 61 Prozent.
Der Nettogewinn betrug 545 Millionen Euro. Im Vorjahresquartal hatte noch ein Verlust von 86 Millionen Euro gestanden.
Der freie Mittelzufluss erreichte 797 Millionen Euro. Über zwölf Monate summiert er sich auf 3,3 Milliarden Euro, die liquiden Mittel und Anlagen auf 9,4 Milliarden Euro.
Warum die Marge steigt
Ein Zusammenhang erklärt die Margenentwicklung. Die Lizenzkosten für Musik werden überwiegend als Anteil am Umsatz berechnet und nicht als fester Betrag.
Erhöht Spotify seine Abonnementpreise, fließt ein Teil dieser zusätzlichen Erlöse damit unmittelbar in den Rohertrag. Genau das hat in den vergangenen Quartalen zur Margenausweitung beigetragen.
Der durchschnittliche Erlös je zahlendem Nutzer lag bei 4,89 Euro. Die Abonnementerlöse stiegen um 15 Prozent auf 4,331 Milliarden Euro und machen 91 Prozent des Gesamtumsatzes aus.
Werbegeschäft bleibt die Schwachstelle
Der werbefinanzierte Bereich wuchs dagegen nur um ein Prozent auf 446 Millionen Euro. Nach Unternehmensangaben stieg die Zahl der verkauften Einblendungen, was jedoch durch schwächere Preise teilweise ausgeglichen wurde.
Die Zahl der monatlich aktiven Nutzer erreichte 777 Millionen, ein Plus von zwölf Prozent, und lag damit eine Million unter der eigenen Vorgabe von 778 Millionen. Der Konzern führt das auf Anpassungen am Produkt zurück.
Davon entfielen 494 Millionen auf die werbefinanzierte Nutzung, ein Zuwachs von 14 Prozent.
Ausgaben steigen kurzfristig
Als Grund für den zurückhaltenden Ausblick nennt das Management höhere Aufwendungen für künstliche Intelligenz und Marketing sowie ein gemäßigteres Wachstum in reifen Märkten. Diese Kostensteigerungen bezeichnet der Konzern als vorübergehend.
An den Zielen für 2030 hält Spotify fest. Angepeilt werden Bruttomargen von 35 bis 40 Prozent, operative Margen über 20 Prozent und eine Milliarde Abonnenten.
Für das dritte Quartal werden fünf Milliarden Euro Umsatz, 305 Millionen zahlende Abonnenten und eine Bruttomarge von 32,9 Prozent erwartet.
Im Quartal startete der Konzern zwei neue Angebote. Ein Programm gemeinsam mit Live Nation gewährt besonders aktiven Abonnenten früheren Zugang zu Konzertkarten. Zusätzlich können Nutzer persönliche Hörbeiträge erzeugen lassen.
Seit Jahresbeginn kaufte Spotify eigene Aktien für 662 Millionen Dollar zurück, was rund 2,2 Millionen Stück und etwa einem Prozent des Bestands entspricht.
Häufige Fragen
Warum steigt die Marge von Spotify
Die Lizenzkosten für Musik werden überwiegend als Anteil am Umsatz berechnet und nicht als fester Betrag. Erhöht Spotify seine Abonnementpreise, fließt ein Teil dieser zusätzlichen Erlöse damit unmittelbar in den Rohertrag.
Warum fiel die Aktie trotz Rekordzahlen
Der Grund liegt im Ausblick. Für das dritte Quartal erwartet Spotify 788 Millionen monatlich aktive Nutzer und ein operatives Ergebnis von 670 Millionen Euro. Beide Werte blieben unter den Schätzungen.
Wie entwickelt sich das Werbegeschäft
Der werbefinanzierte Bereich wuchs nur um ein Prozent auf 446 Millionen Euro. Nach Unternehmensangaben stieg die Zahl der verkauften Einblendungen, was jedoch durch schwächere Preise teilweise ausgeglichen wurde.
Diese Analyse dient nur der Information und ist keine Anlageberatung.
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