Starbucks wächst um 7,9 Prozent und meldet trotzdem einen Umsatzrückgang
Starbucks wächst um 7,9 Prozent bei den vergleichbaren Umsätzen und meldet trotzdem einen Umsatzrückgang. Was die Übertragung des Chinageschäfts erklärt.

Starbucks hat im dritten Geschäftsquartal 2026 einen Anstieg der vergleichbaren Filialumsätze von 7,9 Prozent erzielt. Der konsolidierte Umsatz fiel im selben Zeitraum um ein Prozent auf 9,3 Milliarden Dollar.
Dieser Widerspruch hat einen einzigen Grund. Im März 2026 übertrug der Konzern seine rund 7.991 Filialen in China in ein Gemeinschaftsunternehmen mit Boyu Capital, an dem er noch 40 Prozent hält. Die dortigen Umsätze erscheinen seither nicht mehr in der eigenen Rechnung, sondern nur noch die Lizenzerlöse.
Der Rückgang beschreibt damit eine Änderung der Struktur und keine schwächere Nachfrage.
Die Zahlen wurden am 29. Juli veröffentlicht. Das ausgewiesene Ergebnis je Aktie lag bei 91 Cent, bereinigt bei 85 Cent. Der Nettogewinn erreichte 1,05 Milliarden Dollar. Die Aktie stieg auf ein neues Hoch der vergangenen zwölf Monate.
Das Wichtigste in Kürze
- Die vergleichbaren Filialumsätze stiegen im dritten Geschäftsquartal 2026 um 7,9 Prozent, der konsolidierte Umsatz fiel um ein Prozent auf 9,3 Milliarden Dollar.
- Der Widerspruch erklärt sich durch die Übertragung von rund 7.991 Filialen in China in ein Gemeinschaftsunternehmen im März 2026.
- Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll im Geschäftsjahr 2026 bei 2,55 bis 2,65 Dollar liegen, nach zuvor 2,25 bis 2,45 Dollar.
Mehr Kunden, nicht nur höhere Preise
Der wichtigste Teil des Wachstums betrifft die Zusammensetzung. Von den 7,9 Prozent entfielen 4,2 Prozentpunkte auf mehr Bestellungen und 3,5 Prozentpunkte auf einen höheren Durchschnittsbon.
Diese Aufteilung ist für die Beurteilung entscheidend. Ein Anstieg, der überwiegend aus Preiserhöhungen stammt, stößt irgendwann an Grenzen. Kommt er dagegen aus mehr Besuchen, beschreibt er eine echte Erholung der Nachfrage.
In Nordamerika stiegen die vergleichbaren Umsätze um 8,1 Prozent, in den Vereinigten Staaten um 7,9 Prozent. Als Gründe nennt der Konzern höhere Lieferumsätze sowie mehr Zusatzverkäufe bei Speisen und Getränkeanpassungen.
Es war das vierte Quartal in Folge mit positivem Wachstum bei den vergleichbaren Umsätzen und das zweite mit steigender Marge.
Margen entwickeln sich unterschiedlich
Das operative Ergebnis in Nordamerika stieg um 9,8 Prozent auf 1,01 Milliarden Dollar. Die Marge dort verbesserte sich leicht von 13,3 auf 13,6 Prozent.
Genannt werden als Treiber Größenvorteile, geringere Inflation und Zollrückerstattungen. Dagegen wirkten höhere Umbaukosten, Investitionen in Personal und eine ungünstige Produktzusammensetzung.
Im internationalen Geschäft fiel der Umsatz um 34,2 Prozent auf 1,32 Milliarden Dollar, die Marge stieg jedoch von 13,6 auf 19,1 Prozent. Auch das geht auf die Umstellung in China zurück. Lizenzgeschäfte binden weniger Kapital und erzielen höhere Margen bei geringerem Umsatz.
Der Bereich Vertriebskanäle wuchs um 22 Prozent auf 587,9 Millionen Dollar bei einer Marge von 52,1 Prozent.
Prognose deutlich angehoben
Der Konzern erhöhte seinen Ausblick spürbar. Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll im Geschäftsjahr 2026 bei 2,55 bis 2,65 Dollar liegen, nach zuvor 2,25 bis 2,45 Dollar.
Bei den vergleichbaren Umsätzen werden in den Vereinigten Staaten nun etwas über sechs Prozent erwartet, weltweit knapp sechs Prozent. Zuvor waren jeweils mindestens fünf Prozent angesetzt worden.
Die operative Marge soll im Gesamtjahr über elf Prozent liegen. An der Planung von 600 bis 650 neuen Filialen netto hält der Konzern fest.
Umbau der Filialen wird beschleunigt
Vorstandschef Brian Niccol bezeichnete das Quartal als den Zeitpunkt, an dem die eigene Dynamik messbar geworden sei.
Der Konzern will bis zum Ende des Geschäftsjahres 2026 mindestens 1.500 Filialen umgestalten und das Tempo 2027 weiter erhöhen. Im Wachstum der selbst betriebenen Standorte in Nordamerika rechnet das Management bis ins Geschäftsjahr 2027 dagegen mit Zurückhaltung, weil zunächst schwache Standorte geprüft werden.
Rund 90 Prozent des internationalen Bestands laufen inzwischen über Lizenzmodelle. Einen Teil des Erlöses aus dem Chinageschäft nutzte der Konzern, um eigene Anleihen im Umfang von rund 1,3 Milliarden Dollar zurückzukaufen.
Japan ist inzwischen der größte selbst betriebene Auslandsmarkt.
Häufige Fragen
Warum sinkt der Umsatz bei steigenden Filialumsätzen
Im März 2026 übertrug der Konzern seine rund 7.991 Filialen in China in ein Gemeinschaftsunternehmen mit Boyu Capital, an dem er noch 40 Prozent hält. Die dortigen Umsätze erscheinen seither nicht mehr in der eigenen Rechnung, sondern nur noch die Lizenzerlöse.
Kommt das Wachstum aus Preisen oder aus Besuchen
Von den 7,9 Prozent entfielen 4,2 Prozentpunkte auf mehr Bestellungen und 3,5 Prozentpunkte auf einen höheren Durchschnittsbon. Kommt der Anstieg überwiegend aus mehr Besuchen, beschreibt er eine echte Erholung der Nachfrage.
Wie viele Filialen werden umgebaut
Der Konzern will bis zum Ende des Geschäftsjahres 2026 mindestens 1.500 Filialen umgestalten und das Tempo 2027 weiter erhöhen. An der Planung von 600 bis 650 neuen Filialen netto hält er fest.
Diese Analyse dient nur der Information und ist keine Anlageberatung.
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