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Walmart notiert beim 37,6 fachen Gewinn und muss diese Woche liefern

Walmart wird mit dem 37,6 fachen der erwarteten Gewinne bewertet und berichtet am 20. August. Warum gute Zahlen zuletzt nicht gereicht haben.

Walmart notiert beim 37,6 fachen Gewinn und muss diese Woche liefern
Foto: Franki Chamaki auf Unsplash

Die Quartalssaison im amerikanischen Einzelhandel geht diese Woche in die entscheidende Phase. Home Depot berichtet am Dienstagmorgen, Target am Mittwoch und Walmart am Donnerstag, dem 20. August.

Für Walmart steht dabei mehr auf dem Spiel als die reine Zahl. Die Aktie wird derzeit mit dem 37,6 fachen der für die kommenden zwölf Monate geschätzten Gewinne bewertet und liegt damit nur knapp unter ihrem Höchststand der vergangenen zehn Jahre.

Eine Bewertung dieser Höhe verlangt, dass die Ergebnisse die Erwartungen nicht nur erfüllen, sondern übertreffen. Andernfalls fehlt der Aktie die Begründung für den Aufschlag.

Das Wichtigste in Kürze

  • Walmart wird mit dem 37,6 fachen der für zwölf Monate geschätzten Gewinne bewertet und liegt damit nahe dem Höchststand der vergangenen zehn Jahre.
  • Home Depot berichtet am Dienstag, Target am Mittwoch und Walmart am Donnerstag, dem 20. August.
  • Über fünf Jahre legte Walmart um mehr als 130 Prozent zu, Amazon um 60,8 Prozent, Home Depot um 2,1 Prozent, Target verlor 40,9 Prozent.

Gute Zahlen reichten zuletzt nicht

Genau dieses Muster hat sich bereits gezeigt. Nach der vorangegangenen Veröffentlichung am 21. Mai fiel die Aktie, obwohl das Unternehmen die Schätzungen bei Ergebnis je Aktie, Umsatz und vergleichbaren Filialumsätzen deutlich übertroffen hatte.

Als Belastung galt damals, dass die Unternehmensführung ihre bisherige Prognose lediglich bestätigte, statt sie anzuheben. Der Markt las das als Vorsicht.

Über fünf Jahre betrachtet ist Walmart trotzdem der klare Gewinner unter den großen Handelskonzernen. Die Aktie legte um mehr als 130 Prozent zu. Amazon kam auf 60,8 Prozent, Home Depot auf 2,1 Prozent, Target verlor 40,9 Prozent. Der S&P 500 stieg im selben Zeitraum um 77,7 Prozent.

In diesem Jahr hat das Papier allerdings an Schwung verloren, obwohl das operative Geschäft weiter stark läuft. Die Revisionen der Analystenschätzungen zeigen vor der Veröffentlichung eine leicht negative Tendenz.

Kraftstoffkosten belasten doppelt

Das Umfeld ist für große Flächenhändler schwierig, und zwar aus einem Grund, der von beiden Seiten wirkt.

Die hohen Kraftstoffkosten belasten zunächst die Haushalte und verringern deren Spielraum für andere Ausgaben. Gleichzeitig erhöhen sie die Kosten der Händler selbst, weil Waren transportiert und Filialen beliefert werden müssen.

Der Zusammenhang lässt sich derzeit gut nachvollziehen. Der Aufschlag für europäischen Diesel gegenüber Rohöl ist von rund 25 Dollar je Barrel zu Jahresbeginn auf über 70 Dollar gestiegen, weil im Nahen Osten Verarbeitungskapazität fehlt. Rohöl selbst notiert dagegen deutlich unter seinem Kriegshöchststand.

Diese Belastung dürfte eine Rolle bei den schwachen Einzelhandelsumsätzen für Juli gespielt haben, die am Freitag veröffentlicht wurden.

Target unter Druck, Home Depot am Immobilienmarkt

Bei Target erwarten Analysten ein Ergebnis unter dem Vorjahreswert. Der Konzern gilt seit längerem als Nachzügler in der Gruppe.

Home Depot hängt vor allem am Immobilienmarkt. Der Baumarktkonzern verkauft Material und Ausstattung für Umbauten und Reparaturen, weshalb die Nachfrage stark davon abhängt, ob Menschen Häuser kaufen und renovieren.

Für die Einordnung der Konsumlage wird Target dabei als aussagekräftigster Wert gelten. Das Unternehmen bedient breite Warengruppen jenseits des reinen Grundbedarfs und zeigt deshalb schneller, ob Haushalte ihre Ausgaben zurückfahren.

Auch Amazon, Micron und Alphabet stehen im Fokus

Neben den Handelskonzernen führt der Datendienst Zacks in dieser Woche Amazon, Micron und Alphabet als Werte, bei denen Überraschungen bei den Ergebnissen wahrscheinlich sind.

Micron hatte am Montag im vorbörslichen Handel bereits 3,5 Prozent zugelegt, nachdem eine Umsatzprognose von Anthropic für 2028 in Höhe von rund 190 bis 200 Milliarden Dollar die Werte aus dem Bereich künstliche Intelligenz gestützt hatte.

Damit trifft in derselben Woche zusammen, was den amerikanischen Markt derzeit prägt. Auf der einen Seite Technologiewerte, deren Bewertung von Erwartungen an künstliche Intelligenz getragen wird. Auf der anderen Seite Handelskonzerne, deren Zahlen zeigen, wie viel Geld die Haushalte tatsächlich ausgeben.

Häufige Fragen

Warum reicht ein gutes Quartal bei Walmart nicht aus

Die Aktie wird mit dem 37,6 fachen der erwarteten Gewinne bewertet. Eine Bewertung dieser Höhe verlangt, dass die Ergebnisse die Erwartungen nicht nur erfüllen, sondern übertreffen. Nach der Veröffentlichung am 21. Mai fiel die Aktie, obwohl alle Schätzungen übertroffen wurden, weil die Prognose nur bestätigt und nicht angehoben wurde.

Wie belasten die Kraftstoffkosten den Einzelhandel

Sie wirken von zwei Seiten. Hohe Kraftstoffkosten verringern den Spielraum der Haushalte für andere Ausgaben und erhöhen zugleich die Kosten der Händler, weil Waren transportiert und Filialen beliefert werden müssen. Der Aufschlag für europäischen Diesel gegenüber Rohöl stieg von rund 25 auf über 70 Dollar je Barrel.

Welcher der drei Händler sagt am meisten über die Konsumlage

Target gilt als aussagekräftigster Wert. Das Unternehmen bedient breite Warengruppen jenseits des reinen Grundbedarfs und zeigt deshalb schneller, ob Haushalte ihre Ausgaben zurückfahren. Home Depot hängt dagegen vor allem am Immobilienmarkt.

Diese Analyse dient nur der Information und ist keine Anlageberatung.

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