Champagne beginnt die früheste Lese seiner Geschichte und drosselt gleichzeitig die Menge
Die Champagne hat die früheste Weinlese ihrer aufgezeichneten Geschichte begonnen. Die offiziellen Erntetermine erschienen am 12. August.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Lese startet je nach Gemeinde und Rebsorte zwischen dem 8. und dem 22. August und damit zehn Tage früher als der bisherige Rekord des Vorjahres.
- Drei extreme Frostnächte im Frühjahr zerstörten im Durchschnitt 40 Prozent der frühen Knospen, in der Aisne bis zu 85 Prozent.
- Der vermarktbare Ertrag wurde auf 8.800 Kilogramm je Hektar begrenzt, was rund 250 Millionen Flaschen entspricht.
Die Champagne hat in diesem Jahr die früheste Weinlese ihrer aufgezeichneten Geschichte begonnen. Nach der Veröffentlichung der offiziellen Erntetermine am 12. August liegen die Starttage je nach Gemeinde und Rebsorte zwischen dem 8. und dem 22. August. Ursache sind mehrere aufeinanderfolgende Hitzewellen, die die Reife beschleunigt haben.
David Chatillon, Kopräsident des Branchenverbands Comité Champagne, bezeichnete den Termin als den frühesten, der in der Region je beobachtet wurde. Die Rekordwärme habe die Reife der Rebsorten deutlich vorangetrieben.
Zum Vergleich lag der Beginn im Vorjahr am 18. August und galt damals bereits als frühester Termin der Geschichte. Dieser Rekord wurde nun um zehn Tage übertroffen.
Zwei Wochen früher als vor zwanzig Jahren
Der offizielle Termin heißt in Frankreich ban des vendanges. Vor diesem Datum dürfen Winzer nicht ernten, es sei denn, sie erhalten eine Ausnahmegenehmigung. Die Termine werden jedes Jahr genau beobachtet, weil sie das deutlichste Zeichen dafür sind, wie die Saison verlaufen ist.
Seit den achtziger Jahren verschieben sich die Erntetermine in Frankreich nach vorn, was als Anzeichen eines wärmeren Klimas gilt. In der Champagne beginnt die Lese heute rund zwei Wochen früher als vor zwanzig Jahren. Vor den frühen zweitausender Jahren fand sie fast immer im September oder Oktober statt.
Die Saison verlief dabei alles andere als gleichmäßig. Frankreich verzeichnete am 24. Juni den heißesten Tag seit Beginn der Aufzeichnungen mit einer landesweiten Durchschnittstemperatur von 30 Grad. Einzelne Orte überschritten 43 Grad. Es war die schwerste von drei Hitzewellen zwischen Mai und Juli.
Drei Frostnächte kosteten 40 Prozent der Knospen
Vor der Hitze stand der Frost. Drei extreme Frostereignisse im Frühjahr zerstörten im Durchschnitt 40 Prozent der frühen Knospen an den Reben. Die Verluste reichten von 25 Prozent in weniger betroffenen Lagen bis zu 85 Prozent im nördlich gelegenen Aisne.
Fachleute vergleichen den Verlauf mit dem Jahr 2003, als eine Serie von Frostnächten die Erträge zu Saisonbeginn stark verringerte und darauf ein sehr heißer Sommer folgte.
Hitze bringt Trauben schneller zur Reife, hebt den Frostschaden aber nicht auf. Für viele Winzer bedeutet das eine Lese mit weit entwickelten Früchten bei gleichzeitig kleinerer Menge.
Erschwerend kommen die Arbeitsbedingungen hinzu. Bis zum 15. August wurden Temperaturen von bis zu 40 Grad erwartet. Nach französischem Arbeitsrecht gilt körperliche Arbeit über 28 Grad als riskant, worauf Verbände die Betriebe ausdrücklich hinwiesen.
Menge auf niedrigstem Stand der neueren Geschichte
Parallel hat das Comité Champagne den vermarktbaren Ertrag auf 8.800 Kilogramm je Hektar begrenzt. Daraus ergeben sich rund 250 Millionen Flaschen. Das ist der niedrigste Wert der neueren Geschichte, wenn man die Sonderregelung des Jahres 2020 mit 8.000 Kilogramm je Hektar ausnimmt.
Es ist die vierte Kürzung in Folge. Der Verband erklärte, die Entscheidung sei von Winzern und Häusern gemeinsam getroffen worden, um Lagerbestände schrittweise auszugleichen, die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Weinberge zu erhalten und die Qualitätsstandards zu sichern.
Der Absatz entwickelt sich dabei leicht positiv. Im ersten Halbjahr stiegen die Auslieferungen um 1,2 Prozent auf 107,1 Millionen Flaschen, getragen von Exporten. Hält der Trend, würde das Jahr bei rund 269 Millionen Flaschen liegen, nach 266 Millionen im Vorjahr und 271 Millionen im Jahr 2024.
Die Region erzielte im vergangenen Jahr Umsatzerlöse von 6,6 Milliarden Dollar. Chatillon bezeichnete die Qualität der Trauben trotz der Umstände als gut.
Die Verschiebung betrifft nicht nur die Champagne. Burgund rechnet mit einem Erntebeginn um den 20. August, deutlich früher als der traditionelle Start im September. Bordeaux erwartet Verluste von 20 Prozent oder mehr. Italien und Spanien gingen mit besseren Wasserreserven in den Sommer und melden bislang eine günstigere Lage.
Häufige Fragen
Wann beginnt die Champagner Lese 2026 genau
Die offiziellen Erntetermine wurden am 12. August veröffentlicht und liegen je nach Gemeinde und Rebsorte zwischen dem 8. und dem 22. August. Das ist der früheste Beginn in der aufgezeichneten Geschichte der Region. Der bisherige Rekord vom 18. August des Vorjahres wurde um zehn Tage übertroffen.
Warum fällt die Erntemenge trotz der Hitze klein aus
Drei extreme Frostnächte im Frühjahr zerstörten im Durchschnitt 40 Prozent der frühen Knospen, in weniger betroffenen Lagen 25 Prozent und in der nördlichen Aisne bis zu 85 Prozent. Die anschließende Hitze beschleunigt zwar die Reife, ersetzt aber keine zerstörten Knospen. Viele Winzer ernten deshalb reife Trauben in kleiner Menge.
Wie viele Flaschen Champagner sind 2026 erlaubt
Das Comité Champagne hat den vermarktbaren Ertrag auf 8.800 Kilogramm je Hektar begrenzt, was rund 250 Millionen Flaschen entspricht. Es ist die vierte Kürzung in Folge und der niedrigste Wert der neueren Geschichte, abgesehen von der Sonderregelung des Jahres 2020 mit 8.000 Kilogramm je Hektar.
Wie läuft der Absatz von Champagner derzeit
Im ersten Halbjahr stiegen die Auslieferungen um 1,2 Prozent auf 107,1 Millionen Flaschen, getragen vom Export. Hält der Trend an, käme das Jahr auf rund 269 Millionen Flaschen, nach 266 Millionen im Vorjahr und 271 Millionen im Jahr 2024. Die Region erzielte zuletzt Umsatzerlöse von 6,6 Milliarden Dollar.
Diese Analyse dient nur der Information und ist keine Anlageberatung.
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