Japans Wirtschaft wächst das dritte Quartal in Folge, aber nur halb so stark wie erwartet
Die japanische Wirtschaft ist im zweiten Quartal 2026 um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal gewachsen. Das geht aus vorläufigen Regierungsdaten hervor, die am Montag veröffentlicht wurden.

Die japanische Wirtschaft ist im zweiten Quartal 2026 um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal gewachsen. Das geht aus vorläufigen Regierungsdaten hervor, die am Montag veröffentlicht wurden.
Ökonomen hatten mit 0,5 Prozent gerechnet. Im ersten Quartal hatte das Wachstum ebenfalls bei 0,5 Prozent gelegen.
Es ist das dritte Quartal in Folge mit einem Plus. Als Ursache der Verlangsamung nennen die Daten nachlassende Ausgaben der privaten Haushalte und der Unternehmen. Die Exporte stützten das Wachstum dagegen.
Trotz des schwächeren Tempos deuten die Ergebnisse darauf hin, dass die japanische Wirtschaft noch nicht wesentlich an Schwung verloren hat. Das gilt auch mit Blick auf die durch die Krise im Nahen Osten gestiegenen Ölpreise, die Japan als rohstoffarmes Land unmittelbar belasten.
Das Wichtigste in Kürze
- Japans Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal 2026 um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal, Ökonomen hatten 0,5 Prozent erwartet.
- Es ist das dritte Quartal in Folge mit einem Plus, gebremst von schwächeren Ausgaben der Haushalte und Unternehmen.
- Der Nikkei 225 schloss am 13. August mit 68.308,59 Punkten, der Topix erreichte mit 4.176,04 Zählern einen Rekordschluss.
Anleiherenditen ziehen sprunghaft an
Parallel zu den Konjunkturdaten bewegte sich der japanische Anleihemarkt deutlich. Die Renditen langlaufender Staatspapiere stiegen sprunghaft.
Japanische Aktien tendierten daraufhin überwiegend schwächer. Beide Bewegungen zusammen beschreiben eine Lage, die für Japan über Jahrzehnte untypisch war. Das Land hatte extrem niedrige Zinsen gehalten, wodurch der Yen zur bevorzugten Finanzierungswährung für Anleger wurde, die sich günstig verschuldeten und in höher verzinste Anlagen im Ausland investierten.
Steigen die japanischen Zinsen, wird diese Konstruktion teurer. Positionen werden aufgelöst, der Yen wertet auf. Ein stärkerer Yen schmälert wiederum die in Yen verbuchten Auslandsgewinne der Exporteure, die einen großen Teil des Aktienmarktes ausmachen.
Eine Zinserhöhung ist für den japanischen Aktienmarkt deshalb selten eine gute Nachricht, auch wenn sie wirtschaftlich begründet sein mag.
Anleihen aus der Region sind gefragt
Bemerkenswert ist die Nachfrage aus dem Ausland. Anleihen aus dem asiatisch pazifischen Raum sind derzeit gesucht, darunter Papiere, die von ausländischen Emittenten in den jeweiligen Landeswährungen begeben werden.
Für die Region insgesamt fällt die Woche unruhig aus. In Südkorea blieben die Börsen am Montag wegen des Feiertags der nationalen Befreiung geschlossen. Aus China standen am Morgen die Einzelhandelsumsätze und die Industrieproduktion für Juli an.
Indische Banken beschleunigen nach Berichten ihre Finanzierungen in Dollar, nachdem die dortige Notenbank eine Frist für ein Fenster zu Devisentauschgeschäften vorgezogen hat.
Kontrast zu den Rekordständen im Frühjahr
Die aktuellen Zahlen stehen im Gegensatz zu den Kursrekorden, die der japanische Aktienmarkt in diesem Jahr erreicht hat. Am 13. August schloss der Nikkei 225 bei 68.308,59 Punkten mit einem Plus von 1,16 Prozent, der breiter gefasste Topix erreichte mit 4.176,04 Zählern zum zweiten Mal in Folge einen Rekordschluss.
Getragen wurde diese Erholung von Halbleiterwerten und nicht von der Binnenkonjunktur. Genau diese Trennung erklärt, warum ein Index Höchststände erreichen kann, während die Wirtschaftsleistung langsamer wächst als erwartet.
Die Schwankungen des Jahres waren dabei erheblich. Am 11. Juni schloss der Nikkei bei 64.179 Punkten mit einem Minus von 1,9 Prozent, am 10. August bei 66.970,22 Punkten mit einem Plus von 2,08 Prozent.
Für die kommenden Tage geben nach Einschätzung von Marktteilnehmern vor allem weitere Konjunkturdaten aus Japan und China sowie ein amerikanischer Industrieindikator die Richtung vor. Am Montag standen zudem der Empire State Index und der Wohnungsmarktindex NAHB aus den Vereinigten Staaten sowie der Monatsbericht der Bundesbank auf dem Kalender.
Häufige Fragen
Wie stark ist Japans Wirtschaft im zweiten Quartal 2026 gewachsen
Das Bruttoinlandsprodukt legte nach vorläufigen Regierungsdaten um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu. Ökonomen hatten 0,5 Prozent erwartet, und im ersten Quartal hatte das Wachstum ebenfalls bei 0,5 Prozent gelegen. Es ist damit das dritte Quartal in Folge mit einem Plus.
Warum ist das Wachstum schwächer ausgefallen als erwartet
Die Daten nennen nachlassende Ausgaben der privaten Haushalte und der Unternehmen als Ursache. Die Exporte stützten das Wachstum dagegen. Zusätzlich belasten die durch die Krise im Nahen Osten gestiegenen Ölpreise ein rohstoffarmes Land wie Japan unmittelbar.
Warum sind steigende Zinsen schlecht für japanische Aktien
Japan hatte über Jahrzehnte extrem niedrige Zinsen, wodurch der Yen zur bevorzugten Finanzierungswährung wurde. Steigen die Zinsen, wird diese Konstruktion teurer, Positionen werden aufgelöst und der Yen wertet auf. Ein stärkerer Yen schmälert die in Yen verbuchten Auslandsgewinne der Exporteure, die einen großen Teil des Aktienmarktes ausmachen.
Warum stehen die Kursrekorde im Widerspruch zu den Konjunkturdaten
Die Erholung am japanischen Aktienmarkt wurde von Halbleiterwerten getragen und nicht von der Binnenkonjunktur. Der Nikkei 225 schloss am 13. August bei 68.308,59 Punkten mit einem Plus von 1,16 Prozent, der Topix erreichte mit 4.176,04 Zählern einen Rekordschluss. Ein Index kann deshalb Höchststände erreichen, während die Wirtschaftsleistung langsamer wächst als erwartet.
Diese Analyse dient nur der Information und ist keine Anlageberatung.
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