Das Ende der CHIPS-Milliarden, warum 2026 das letzte Förderjahr für Amerikas Chipfabriken ist
2026 ist das letzte Haushaltsjahr mit Mitteln für Amerikas Chipfabriken. Was geflossen ist, was neu verhandelt wurde und was das für Asiens Hersteller bedeutet.

Das größte industriepolitische Programm der jüngeren amerikanischen Geschichte läuft aus. Nicht durch einen Beschluss, sondern durch Zeitablauf. Das Haushaltsjahr 2026 ist das letzte, für das das Handelsministerium Fördermittel für die heimische Halbleiterproduktion erhält.
Das Wichtigste in Kürze
- Der CHIPS and Science Act vom 9. August 2022 sah rund 280 Milliarden Dollar bis zum Haushaltsjahr 2027 vor. Tatsächlich bewilligt waren rund 50 Milliarden Dollar.
- Bis Januar 2025 flossen 30,7 Milliarden Dollar Zuschüsse und 5,5 Milliarden Dollar Kredite an 19 Unternehmen für 40 Fabrikprojekte.
- Für asiatische Halbleiterwerte zählt der Nachfragezyklus mehr als die amerikanische Subventionspolitik.
Was das Gesetz vorsah
Der CHIPS and Science Act wurde am 9. August 2022 unterzeichnet. Er ermöglichte Ausgaben von rund 280 Milliarden Dollar bis zum Haushaltsjahr 2027.
Der größere Teil, rund 174 Milliarden Dollar für Forschung, Ausbildung und Fachkräfte, war nur autorisiert und nicht bewilligt. Eine Autorisierung erlaubt ein Programm und setzt eine Obergrenze. Erst eine Bewilligung stellt das Geld bereit, und die muss jedes Jahr neu erkämpft werden. Die viel zitierte Zahl von 280 Milliarden Dollar beschreibt deshalb den Rahmen, nicht das ausgezahlte Geld.
Der kleinere, tatsächlich bewilligte Teil betrug rund 50 Milliarden Dollar unter Aufsicht des Handelsministeriums. Davon waren 39 Milliarden Dollar für Fertigungsanreize bestimmt, 13,2 Milliarden Dollar für Forschung und Ausbildung und 500 Millionen Dollar für die Sicherheit globaler Lieferketten. Hinzu kommt eine Investitionssteuergutschrift von 35 Prozent.
Was tatsächlich geflossen ist
Bis Januar 2025 hatte das Handelsministerium 19 Halbleiterunternehmen mit 30,7 Milliarden Dollar an Zuschüssen und 5,5 Milliarden Dollar an Krediten gefördert, verteilt auf 40 kommerzielle Fabrikprojekte. Zu den größten Empfängern zählen Taiwan Semiconductor, Intel und Samsung Electronics mit jeweils mehr als sechs Milliarden Dollar.
Zwölf weitere Unternehmen hatten vorläufige Vereinbarungen für 18 Projekte unterzeichnet. Nach dem Stand von Juni 2026 lässt sich aus öffentlichen Unterlagen nicht erkennen, ob diese zwölf endgültige Zusagen erhalten haben.
Der Anteil der Vereinigten Staaten an der weltweiten Fertigungskapazität liegt bei rund zehn Prozent. Diese Zahl ist der Ausgangspunkt des gesamten Programms. Eine moderne Fabrik kostet zweistellige Milliardenbeträge und braucht vier bis fünf Jahre bis zur Produktion. Diese Kombination erklärt, warum Regierungen weltweit mit Subventionen eingreifen.
Die Neuverhandlungen
Im März 2025 erklärte der Präsident die Absicht, die Fördervereinbarungen neu zu verhandeln. Der Handelsminister bestätigte im Juni 2025 in einer Anhörung, dass mehrere milliardenschwere Verträge betroffen sind.
Micron und Taiwan Semiconductor kündigten an, ihre Gesamtinvestitionen in die geförderten Projekte zu erhöhen. Bei Micron wurde die Fördersumme um zusätzliche 275 Millionen Dollar angepasst.
Der auffälligste Fall ist Intel. Das Unternehmen übertrug der amerikanischen Regierung im Gegenzug für eine Direktförderung eine Beteiligung am eigenen Kapital. Damit hält der Staat einen Anteil an einem börsennotierten Halbleiterkonzern, eine in der amerikanischen Industriepolitik höchst ungewöhnliche Konstruktion. Andere Empfänger haben nach dem Stand von Juli 2026 keine Änderungen öffentlich gemacht.
Der Präsident bezeichnete das Gesetz vor dem Kongress als schlechte Sache und forderte dessen Abschaffung. Mehrere republikanische Senatoren widersprachen öffentlich und nannten die Mittel für die nationale Sicherheit entscheidend. Die Frontlinie verläuft damit innerhalb einer Partei, nicht zwischen den Parteien.
Was das für asiatische Halbleiterwerte bedeutet
Taiwan Semiconductor und Samsung sind selbst Empfänger amerikanischer Förderung. Ihre Investitionen in Arizona und Texas werden aus demselben Topf bezuschusst, dessen Auslaufen zur Debatte steht. Ein Wegfall künftiger Mittel träfe also auch asiatische Konzerne.
Die Standorte in Taiwan und Südkorea sind davon kaum berührt. Sie wurden ohne amerikanische Hilfe aufgebaut und werden von den eigenen Regierungen gefördert. Südkorea plant in der Provinz Gyeonggi einen der größten Produktionsstandorte der Welt.
Entscheidend für asiatische Halbleiterwerte ist deshalb die Nachfrage. Die Kursbewegungen der vergangenen Monate in Tokio und Seoul folgten dem Zyklus der Speicherchips und den Investitionen in Rechenzentren, nicht Meldungen aus Washington.
Häufige Fragen
Wann läuft die CHIPS-Förderung aus
Das Haushaltsjahr 2026 ist das letzte, für das das amerikanische Handelsministerium Fördermittel für die heimische Halbleiterproduktion erhält. Das ergibt sich aus einem Bericht des wissenschaftlichen Dienstes des Kongresses vom 14. Juli 2026. Für eine Fortsetzung wäre ein neuer Beschluss nötig, für das Auslaufen genügt Nichtstun.
Wie viel Geld ist tatsächlich geflossen
Bis Januar 2025 hatte das Handelsministerium 30,7 Milliarden Dollar an Zuschüssen und 5,5 Milliarden Dollar an Krediten vergeben. Begünstigt waren 19 Halbleiterunternehmen mit 40 kommerziellen Fabrikprojekten. Zwölf weitere Unternehmen hatten nur vorläufige Vereinbarungen für 18 Projekte.
Warum hält der amerikanische Staat einen Anteil an Intel
Intel übertrug der Regierung im Rahmen der Neuverhandlung der Fördervereinbarung eine Beteiligung am eigenen Kapital, im Gegenzug für eine Direktförderung. Das ist in der amerikanischen Industriepolitik höchst ungewöhnlich. Ob daraus ein Modell für weitere Empfänger wird, ist offen.
Profitieren asiatische Chiphersteller vom Ende der Förderung
Eher nicht. Taiwan Semiconductor und Samsung erhalten selbst amerikanische Mittel für ihre Werke in Arizona und Texas. Ihre Fabriken in Taiwan und Südkorea werden von den eigenen Regierungen gefördert und sind von der amerikanischen Debatte kaum berührt.
Was treibt die Kurse asiatischer Halbleiterwerte
Vor allem der Nachfragezyklus. Preise für Speicherchips und die Investitionsbudgets für Rechenzentren erklären die Kursbewegungen in Tokio und Seoul besser als der amerikanische Haushaltskalender. Subventionen verschieben, wo Kapazität steht, sie schaffen keine zusätzliche Nachfrage.
Diese Analyse dient nur der Information und ist keine Anlageberatung.
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