Nike auf Zwölfjahrestief, acht Quartale China im Minus
Die Nike-Aktie notiert so tief wie seit 2014 nicht mehr. Was das China-Geschäft damit zu tun hat und warum die Marge besser aussieht, als sie ist.

Das Wichtigste in Kürze
- Am 1. September lag die Nike-Aktie in New York bei 38,10 Dollar und auf Xetra bei 33,10 Euro. Das 52-Wochen-Hoch vom August 2025 hatte bei 79,13 Dollar gelegen.
- Der Umsatz in Greater China ist acht Quartale in Folge rückläufig. Im Geschäftsjahr 2026 sank er auf Währungsbasis um rund 13 Prozent, von 6,59 auf etwa 5,85 Milliarden Dollar.
- Bereinigt um eine einmalige Zollrückerstattung lag die Bruttomarge im vierten Quartal bei rund 40,2 Prozent und damit nur 0,1 Punkte unter dem Vorquartal.
Der tiefste Stand seit August 2014
Die Nike-Aktie hat Anfang September ein neues Jahrestief markiert. Am 1. September lag der Kurs in New York bei 38,10 Dollar, auf Xetra bei 33,10 Euro. Das 52-Wochen-Hoch vom August 2025 hatte noch bei 79,13 Dollar gelegen.
Damit hat sich der Kurs binnen eines Jahres etwa halbiert. Der Monatschart zeigt einen Abstand von rund 78,6 Prozent zum Höchststand vom November 2021. Auf diesem Niveau notierte die Aktie zuletzt im August 2014.
Der Rückgang begann vor den China-Schlagzeilen
Der Auslöser liegt nicht in einem einzelnen Ereignis. Nach den Quartalszahlen fiel der Kurs bereits am 1. April um 15,5 Prozent, also Monate vor den China-Schlagzeilen im August.
Genau dort liegt der wunde Punkt. Der Umsatz in Greater China ist inzwischen acht Quartale in Folge rückläufig. Im Geschäftsjahr 2026 sank er auf Währungsbasis um rund 13 Prozent, von 6,59 auf etwa 5,85 Milliarden Dollar. Der Jahresumsatz insgesamt lag bei rund 46 Milliarden Dollar, ein Minus von etwa einem Prozent.
Die Marge und der Einmaleffekt
Interessant ist ein Detail bei der Marge. Bereinigt um eine einmalige Zollrückerstattung lag die Bruttomarge im vierten Quartal bei rund 40,2 Prozent und damit nur 0,1 Punkte unter dem Vorquartal. Das Management hatte zuvor mit einem Rückgang von 0,25 bis 0,75 Punkten gerechnet.
Das Handelsvolumen auf dem Tief
Bemerkenswert ist auch das Handelsvolumen. Es ist im Verlauf des Rückgangs stetig gestiegen. Hohe Umsätze auf Mehrjahrestiefs zeigen einerseits Verkaufsdruck, gelten andererseits aber auch als mögliches Zeichen dafür, dass die letzten Zweifler aufgeben.
Einschätzung
Acht Quartale Rückgang in einer einzigen Region sind keine Konjunkturdelle mehr, sondern ein Strukturproblem. In China konkurriert Nike inzwischen mit heimischen Marken, die vor zehn Jahren keine Rolle spielten.
Was mich an den Zahlen stutzig macht, ist die Marge. Ohne den Zolleffekt wäre sie fast stabil geblieben, und das trotz sinkendem Umsatz. Das spricht dafür, dass die Kostenseite bereits arbeitet. Der Umsatz ist das Problem, nicht die Effizienz.
Die eigentliche Frage lautet, ob die Marke ihre Anziehungskraft bei jüngeren Kunden zurückgewinnt. Darauf gibt kein Chart eine Antwort.
Häufige Fragen
Wie weit ist die Nike-Aktie von ihrem Höchststand entfernt
Der Monatschart zeigt einen Abstand von rund 78,6 Prozent zum Höchststand vom November 2021. Gegenüber dem 52-Wochen-Hoch von 79,13 Dollar aus dem August 2025 hat sich der Kurs binnen eines Jahres etwa halbiert. Auf dem Niveau vom 1. September, also 38,10 Dollar, notierte die Aktie zuletzt im August 2014.
Warum sieht die Bruttomarge besser aus, als sie ist
Weil eine einmalige Zollrückerstattung ins Ergebnis geflossen ist, also eine Rückzahlung bereits gezahlter Einfuhrabgaben. Bereinigt um diesen Effekt lag die Bruttomarge im vierten Quartal bei rund 40,2 Prozent und damit 0,1 Punkte unter dem Vorquartal. Das Management hatte mit einem Rückgang von 0,25 bis 0,75 Punkten gerechnet.
Was sagt das steigende Handelsvolumen auf dem Mehrjahrestief
Es ist im Verlauf des Rückgangs stetig gestiegen. Hohe Umsätze auf Mehrjahrestiefs zeigen einerseits Verkaufsdruck. Andererseits gelten sie als mögliches Zeichen dafür, dass die letzten Zweifler aufgeben.
Diese Analyse dient nur der Information und ist keine Anlageberatung.
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